Soazza

Polit. Gem. GR, Kreis Mesocco, Bez. Moesa, am rechten Ufer des Flusses Moesa gelegen. 1203 Soaza, dt. früher Sowaz. 1650 427 Einw.; 1802 311; 1850 315; 1900 339; 1950 348; 2000 359. 1480 trat S. mit Mesocco freiwillig dem Grauen Bund bei. Gerichtlich gehörte S. zum Vikariat Mesocco, verwaltungsmässig zur mittleren Squadra. Die ab 1219 erw. Pfarrkirche S. Martino wurde 1626-39 erweitert und 1957 restauriert. Sie liegt auf einem Geländesporn und wird von der 1751 erbauten Kapelle Madonna Addolorata aus über eine Treppe erreicht. Die 1530 fassbare Dorfkirche S. Rocco wurde 1633 neu erbaut und 1937 restauriert. Das oberhalb des Dorfs erstellte Hospiz aus der 1. Hälfte des 16. Jh. diente den Kapuzinern 1636-1922 als Sitz und ist mit Fresken von Francesco Antonio Giorgioli ausgestattet. Auf dem Saumpfad des Val della Forcola, der S. mit Menarola bzw. Chiavenna verbindet, transportierten Säumer bis zu Beginn des 19. Jh. Salz, Seide und Textilien. Während Jahrhunderten bildeten Ackerbau und Weidewirtschaft, die noch heute betrieben werden, die Haupterwerbsquellen. Die knappen Ressourcen zwangen zu einer beträchtl. Auswanderung u.a. von Kaminfegern, Glasern und Flachmalern sowie zur Entwicklung von neuen Erwerbsquellen, wie z.B. der Verarbeitung von Lavezstein.


Literatur
– C. Santi, Comune di S., 1990
– P. Mantovani, I laveggiai di S., 1992
– P. Mantovani, Le donne di S. raccontano, 2003

Autorin/Autor: Cesare Santi / CHM