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Arvigo

Polit. Gem. GR, Kreis Calanca, Bez. Moesa. Hauptort des Calancatals und Sitz des Kreisgerichts. 1980 Eingliederung von Landarenca. 1453 Arvicho. 1691 400 Einw.; 1733 352; 1850 110; 1900 226; 1950 152; 2000 92 (mit Landarenca). Als 1496 das Misox und das Calancatal dem Grauen Bund als achtes Hochgericht beitraten, wurde das Calancatal zu einer der vier Squadre und A. erhielt den Status einer halben Degagna. Die 1590 errichtete Kaplanei wurde 1611 zur Pfarrei erhoben. Im 17. Jh. und 19. Jh. wurde die Pfarrkirche S. Lorenzo (1453 erw.) umgebaut. Weitere Sakralbauten in A. sind die Kapellen Madonna Addolorata (17. Jh.) und S. Giovanni Nepomuceno (um 1710). Die Bevölkerung von A. lebte hauptsächl. von Weide- und Viehwirtschaft. In den vergangenen Jahrhunderten wanderten viele Bewohner als Glaser und Harzer nach Bayern und Österreich aus. 1920 begann der Abbau des grünen Schiefers (Paragneis). 2001 beschäftigen zwei Granit-Firmen ca. 60 Personen.


Literatur
– A. Bertossa, Storia della Calanca, 1937
– C. Santi, «I venditori di ragia della Val Calanca», in Folclore svizzero 78, 1988, 29-38

Autorin/Autor: Cesare Santi / MS