Madulain

Polit. Gem. GR, Kreis Oberengadin, Bez. Maloja, die kleinste der elf Gem. des Oberengadins. Haufendorf am Inn, auf einem Schuttkegel der Ova d'Es-cha auf 1684 m gelegen. 1137/39 Madulene, bis 1943 dt. Madulein. 1806 93 Einw.; 1850 63; 1900 54; 1950 77; 1980 94; 2000 180. 1979 wurde eine späteisenzeitl. Eisenschlackendeponie entdeckt. Auf einem steilen Felsen über dem Dorf steht die Ruine der 1251 vom Churer Bf. Volkard von Neuburg erbauten Feste Guardaval, die 1377 Lehen der Fam. Planta war. Die Feste war nie bewohnt und wurde bereits im 15. Jh. aufgegeben. 1543 löste sich M. von Zuoz und wurde eine selbstständige Nachbarschaft. 1370 ist erstmals eine Kirche in M. erwähnt. Die spätgot. Dorfkirche wurde um 1510 erbaut, 1554 die Reformation eingeführt. An der Grenze zur Gem. Zuoz steht die abgegangene Kapelle S. Batrumieu. 1906 entstand ein Elektrizitätswerk, ab 1970 wurden zahlreiche Zweitwohnungen errichtet. Schulen in Zuoz. 2000 sprachen 22% der Bevölkerung rätoromanisch. 2005 bot der 2. Sektor knapp die Hälfte der Arbeitsplätze, mehr als ein Viertel arbeitete im 1. Sektor.


Literatur
Kdm GR 3, 1940, 339-343
– A.C. Zürcher, Urgeschichtl. Fundstellen Graubündens, 1982, 50

Autorin/Autor: Constant Wieser