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Muralto, Martino

geboren ca. 1521 Locarno, gestorben Dez. 1566 Zürich, kath., später ref., aus einer Adelsfam. von Muralto. Sohn des Giovanni. ∞ Lucia Orelli, Tochter des Aloisio, Advokaten, von Locarno. In Pavia erwarb M. den Doktor der Rechte, wurde herzogl. Podestà von Vigevano (Lombardei) und war vorher vermutlich auch Podestà von Luino. Er gehörte zu den ersten konvertierten Schülern des ab 1536 in Locarno wirkenden Reformators Giovanni Beccaria und wurde bald eines der wichtigsten Mitglieder der evang. Gem. von Locarno. 1549 nahm M. an dem vom Landvogt einberufenen Religionsgespräch teil. Nach Beccarias Weggang im selben Jahr übernahm er zusammen mit Taddeo Duno die geistl. Leitung der Gemeinde. Um dem neuen Glauben nicht abschwören zu müssen, ging er ins Exil und liess sich in Zürich nieder. Zusammen mit anderen Reformierten aus Locarno investierte er einen Teil seines beträchtl. Vermögens in Pariso Appianos Samtweberei und Seidenfärberei. Bis zu seinem Tode blieb er eines der führenden Mitglieder der Flüchtlingskolonie, die er auf der Tagsatzung in Baden vertrat und deren Gemeinschaftsgüter er verwaltete. Sein Sohn Lodovico, der den Namen Hans Ludwig annahm, liess sich in Bern nieder und wurde dort zum Stammvater der Berner von Muralt.


Literatur
Zwingliana 10, 1955, 145-193
– A. Chenou, «Taddeo Duno et la Réforme à Locarno», in AST, 1971, Nr. 47, 237-294

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / EB