Werd (TG)

Die Insel W. in der polit. Gem. Eschenz TG flussaufwärts von Stein am Rhein diente früh als Siedlungsplatz und gehört seit 958 mit Haus und Kapelle dem Kloster Einsiedeln. 1469 Werd. Bei den Ausgrabungen 1931-35 kamen zahlreiche Funde des Mesolithikums (um 7000 v.Chr.), des Neolithikums (6500-2200 v.Chr.) und der Bronzezeit (2200-800 v.Chr.) ans Licht, u.a. Beile, Pfeilspitzen, Keramik, Pfähle und Herdstellen sowie Waffen, Werkzeuge und Schmuck aus Bronze. Ab dem 1. Jh. führte bei W. eine röm. Holzbrücke über den Rhein. Die Kapelle aus dem 9.-11. Jh. erinnert an den hl. Otmar, der dort 759 in der Verbannung starb (769 nach St. Gallen überführt). Sie wurde im MA mehrmals umgestaltet sowie 1962-63 und 1998-99 restauriert. Vom SpätMA bis 1738 diente das Pfrundhaus, das 1899 erneuert wurde, als Pfarrhaus von Eschenz. Die um 1528 abgeschaffte Messe wurde 1561 wieder eingeführt. 1767 erhielt W. eine Otmarsreliquie, was die Wallfahrt stark belebte. Die Franziskaner, die W. seit 1957 vom Kloster Einsiedeln pachten und dort leben, bilden seit 1967 einen Konvent.


Literatur
– R. Netzhammer, Die Insel W. bei Eschenz, Kt. Thurgau, 21934
Zürcher Stud. zur Archäologie 1-4, 1983-89
Kdm TG 6, 2001, 33-37, 49-51
– R. Böhmer, Spätrom. Wandmalerei zwischen Hochrhein und Alpen, 2011, 353-355

Autorin/Autor: Erich Trösch