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Regamey, Marcel

geboren 19.8.1905 Lausanne, gestorben 23.6.1982 Epalinges, ref., von Lausanne und Savigny. Sohn des Paul Emile, Metzgers, dann Leiters der Metzgerei Bell in Lausanne, und der Alice geb. Grasset. Ledig. 1929 Dr. iur. in Lausanne, 1932 Anwaltspatent. 1919 Gründer und bis 1977 Präs. der Bewegung Ordre et Tradition, die ab 1933 Ligue vaudoise hiess. Ab 1931 Redaktor von deren Zeitschrift "La Nation". R. vertrat antisemit. (Juden sollten wie Ausländer von öffentl. Ämtern ausgeschlossen werden) und korporatist. Positionen. Als Anhänger einer autoritären Staatsauffassung nach den Ideen von Charles Maurras verteidigte er den Föderalismus sowie die Souveränität der Kantone und unterzeichnete 1940 die Eingabe der Zweihundert. Mit Paul Chaudet initiierte er die 1949 angenommene Volksinitiative für die Rückkehr zur direkten Demokratie. R. verfasste zahlreiche polit., philosoph. und theol. Essays sowie Musik- und Kunstkritiken. 1957 Mitglied des Verwaltungsrats des Kammerorchesters Lausanne, 1960 der Synode der ref. Kirche des Kt. Waadt, 1966-68 Präs. der Waadtländer Anwaltskammer. 1987 Gründung der Fondation Marcel Regamey.


Werke
La plume de Marcel R.: articles de "La Nation" (1931-1982), hg. von P. Muret, 1989
Archive
– StadtA Lausanne, Nachlass
Literatur
Le chemin de Marcel R., hg. von W. Hentsch, 1989
– R. Butikofer, Le refus de la modernité, 1996

Autorin/Autor: Nicole Staremberg Goy / CN