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No 3

La Harpe, Frédéric-César de

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geboren 6.4.1754 Rolle,gestorben 30.3.1838 Lausanne, ref., von Rolle, Tartegnin und Lausanne. Sohn des Sigismond, Hauptmanns und Ratsherrn in Rolle, und der Sophie Dorothée Crinsoz von Colombier. Cousin des Amédée ( -> 1). ∞ 1791 in St. Petersburg Dorothée Catherine Boehtlingk, Tochter des Lewin Fabian, eines reichen russ. Kaufmanns. Schwager des Henri Monod (1783-1850). Stud. am Philanthropinum in Haldenstein und an der Univ. Tübingen, dort Freundschaft mit Henri Monod, 1774 Promotion in Jurisprudenz. Anwalt an der Welschen Appellationskammer und Mitglied des Rats der Zweihundert in Lausanne. L. litt unter der Berner Herrschaft über das Waadtland und verliess 1782 die Schweiz. Er begleitete junge Russen auf ihrer Grand Tour und wurde in Neapel in die Freimaurerei aufgenommen. 1783-95 war er Erzieher von Alexander und Konstantin, zwei Enkeln Katharinas II. von Russland, denen er sein republikan. Gedankengut vermittelte. Nach den Ereignissen von 1791 wurde er von Bern geächtet und liess sich 1795 in Genthod, auf Genfer Gebiet, und 1796 in Paris nieder. Nach dem Tod seines Cousins Amédée (1796) verlangte er von Bern die Rehabilitation des Generals und die Rückgabe von dessen Gütern. Während dieses Streits erhob L. die polit. Forderung nach der Unabhängigkeit des Waadtlandes von Bern. 1796 und 1797 erschienen die beiden Teile seines "Essai sur la constitution du Pays de Vaud". Am 9.12.1797 übergab er dem franz. Direktorium eine Petition, worauf dieses das Waadtland am 28. Dezember unter franz. Schutz stellte und sich so der Franzoseneinfall ankündigte. L. trat für die Errichtung der Helvet. Republik ein. Am 29. Juni 1798 wurde er ins Direktorium gewählt, doch mit dem Staatsstreich vom 7. Januar 1800 wurde er des Amts wieder enthoben. L. versuchte vergeblich, Frankreich klar zu machen, dass die enormen Kriegskontributionen die Schweiz auf die Seite der Anhänger des Ancien Régime trieben. Abgesehen von einem Aufenthalt in St. Petersburg von Aug. 1801 bis Mai 1802 bei seinem ehem. Schüler Zar Alexander I., lebte L. 1800-14 zurückgezogen in der Nähe von Paris und widmete sich der Lektüre und dem Schreiben. Zwischen Januar und März 1814 intervenierte er beim Zaren, um die Unabhängigkeit des Kt. Waadt zu sichern, danach vertrat er mehrere Kantone am Wiener Kongress. 1816 zog er nach Lausanne. Als liberaler Grossrat (1817-28) und Mitarbeiter des "Nouvelliste vaudois" setzte er seinen Kampf für die Religionsfreiheit (Réveil) und die individuellen Rechte fort.


Quellen
Correspondance de Frédéric-César de L. et Alexandre Ier, hg. von J.C. Biaudet, F. Nicod, 3 Bde., 1978-80
Correspondance de Frédéric-César de L. sous la République helvétique, hg. von J.C. Biaudet, M.-C. Jequier, 4 Bde., 1982-2004
Literatur
– M.-C. Jequier, «Frédéric-César de L.: une vie au service de la liberté», in RHV, 1999, 5-27
– A. Rochat, «Frédéric-César de L. (1754-1838)», in Vaud sous l'Acte de Médiation, hg. von C. Chuard, 2002, 47-51

Autorin/Autor: Antoine Rochat / PTO