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Rongellen

Polit. Gem. GR, Kreis Schams, Bez. Hinterrhein. In einer Waldlichtung am alten Viamalaweg, bestehend aus weit verstreuten Häusergruppen. 1344 Rungal, rätorom. Runtgaglia. 1780 75 Einw.; 1850 63; 1900 49; 1950 71; 2000 53. Unsicher ist eine Walseransiedlung Mitte des 14. Jh. Die Herrschaftsrechte hatten nacheinander die Vazer, die Werdenberger und ab 1456 das Bistum Chur inne. 1458 kaufte sich das Tal aus. Kirchlich gehörte R. seit jeher zu Thusis (Reformation um 1529). Bis 1851 war R. eine Nachbarschaft der Gerichtsgem. Schams. Mit Zillis und Reischen bildete es ein kleines Zivilgericht. R. hatte Anteil am Transitverkehr Richtung Splügen und San Bernardino. Die linksrhein. Hauptroute führte - vermutlich von spätröm. Zeit an - bis 1821 durch das Dorf. Unterrongellen entstand nach dem Bau der tiefer gelegenen neuen Fahrstrasse (1821). Im 19. Jh. scheiterte der Versuch, R. mit seinem unklaren Rechtsstatus Thusis oder einer Schamser Gem. zuzuschlagen. Seit 1890 besteht eine eigene Dorfordnung. Die Kleingem. besitzt keine Kirche, weder Laden noch Wirtschaft und seit 1971 auch keine Schule mehr. R. ist das einzige seit jeher deutschsprachige Dorf im Schams.


Literatur
Gem. GR 2003, 258 f.

Autorin/Autor: Jürg Simonett