09/11/2011 | drucken

Pazen



Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Schams, Bez. Hinterrhein, 1875 zur polit. Gem. Patzen-Fardün geschlagen, seit 2003 als Teil der Fraktion P.-Farden der polit Gem. Donat angegliedert. Geschlossene Weilersiedlung am unteren Schamserberg. 1204 Pazens. 1835 44 Einw.; mit Farden 1900 64; 1950 64; 2000 64. 1980 83% Romanischsprachige in Patzen-Fardün. Das Gebiet der Gem. gehörte zu dem bereits im frühen 13. Jh. ausgebauten Siedlungsland mit Viehzucht und Ackerbau. Ab 1204 ist am Schamserberg eine Gemeinde altfreier Bauern mit eigenem Niedergericht bezeugt. Die 1219 erw. Herren von P. waren bischöfl. Ministeriale. Die landesherrl. Rechte im Tal hatten nacheinander die Vazer, die Werdenberger und ab 1456 das Bistum Chur inne; 1458 kauften sich die Schamser aus. Kirchlich gehörte P. zu St. Martin in Zillis; 1407 wurde die Kapelle St. Nikolaus in Farden gestiftet (mit Leutpriester). Die Reformation wurde vor 1538 eingeführt; die Loslösung von Zillis und der Zusammenschluss mit Farden, Donat, Casti und Clugin zur Pfarrgemeinschaft erfolgte 1627. P. bildete bis 1851 mit den obigen Nachbarschaften ein niederes Gericht innerhalb der Gerichtsgemeinde Schams. Die Fahrstrasse wurde 1904-06 angelegt, eine Melioration ab 1980 durchgeführt. Im Weiler wird v.a. Viehzucht betrieben.


Literatur
Kdm GR, 1943, 216-219
Gem. GR

Autorin/Autor: Jürg Simonett