22/08/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Mathon

Polit. Gem. GR, Kreis Schams, Bez. Hinterrhein. Das Haufendorf auf 1521 m ist das Zentrum des oberen Schamserbergs. Um 840 in Mentaune, rätorom. Maton. 1780 123 Einw.; 1850 111; 1900 74; 1950 65; 2000 52. Die im churrät. Reichsgutsurbar um die Mitte des 9. Jh. erwähnte ecclesia ist wahrscheinlich die Kirche St. Martin in Zillis. Der in ein Bauernhaus eingebaute Wohnturm stammt aus dem 12./13. Jh. Schon im frühen 13. Jh. wurde in M. Viehwirtschaft und Kornanbau betrieben. Ab 1204 bestand am Schamserberg eine Gemeinde freier Bauern mit eigenem Niedergericht, das sich in Pathein bei M. versammelte. Die landesherrl. Rechte lagen bei den Vazern, dann bei den Werdenbergern und ab 1456 beim Bistum Chur. 1458 kaufte sich das Tal aus. Kirchlich gehörte M. bis zur Reformation zur Pfarrei St. Martin in Zillis; 1538 entstand eine von St. Martin unabhängige Pfarrgemeinschaft am oberen Berg. 1728 wurde in M. eine neue Kirche gebaut. Bis 1851 war M. eine sog. Nachbarschaft des Gerichts Schams und bildete darin mit Wergenstein und Lohn ein eigenes kleines Zivilgericht. 1904-06 wurde die Fahrstrasse gebaut. 2000 sprach mehr als die Hälfte der Bevölkerung noch Rätoromanisch. Der 1. Sektor beschäftigte 2005 noch gut zwei Drittel der Erwerbstätigen.


Literatur
Kdm GR 5, 1943, 211-216
Gem. GR

Autorin/Autor: Jürg Simonett