15/10/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Lohn (GR)

Polit. Gem. GR, Kreis Schams, Bez. Hinterrhein. Haufendorf (1582 m) am oberen Schamserberg. Mitte 12. Jh. Laune, Lune, 1219 de Laone, rätorom. Lon. 1780 126 Einw.; 1850 97; 1900 75; 1950 62; 2000 50 (davon 24 deutsch- und 26 romanischsprachige). Eine frühe Höhenumgehung der Viamalaschlucht gilt heute als unwahrscheinlich. Bereits zu Beginn des 13. Jh. war das Gebiet von L. ausgebautes Siedlungsland mit Viehwirtschaft und Kornanbau. Seit 1204 ist am Schamserberg eine Gem. altfreier Bauern mit eigenem niederem Gericht belegt. Die landesherrl. Rechte lagen nacheinander beim Bf. von Chur, bei den Vazern, Werdenbergern und ab 1456 wieder beim Bistum. 1458 kaufte sich das Tal aus. Es gibt Spuren einer Kapelle aus dem 12. Jh. Die Loslösung von St. Martin in Zillis begann 1460 mit der Gründung der Kaplanei S. Maria, zur vollständigen Trennung kam es 1538 mit der Einrichtung der Pfarrgemeinschaft am oberen Berg. Mitte des 16. Jh. erfolgte der Übertritt zur Reformation. Bis 1851 war L. eine Nachbarschaft der Gerichtsgemeinde Schams und bildete mit Mathon und Wergenstein ein kleines (Zivil-)Gericht. 1904-06 wurde die Fahrstrasse gebaut. 2005 stellte der 1. Sektor alle Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
Kdm GR 5, 1943, 208-211
Gem. GR

Autorin/Autor: Jürg Simonett