19/04/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Donat

Polit. Gem. GR (bis 2002 Donath), Kreis Schams, Bez. Hinterrhein, bestehend aus den Fraktionen D. und Pazen-Farden (bis 2002 eigene polit. Gem. Patzen-Fardün). Strassendorf am unteren Schamserberg, links des Hinterrheins, mit den Quartieren Curscheglias, Tarvisch und Tscharvi. Mitte 12. Jh. ad Anede, rätorom. Donat. 1835 167 Einw.; 1850 188; 1900 128; 1950 118; 2000 133. Frühbronzezeitl. Gräberfeld in Surses. Mitte des 12. Jh. bischöfl. Grosshof mit intensivem Ackerbau und Viehwirtschaft. Aufgelassene Siedlung Scarsuir im Nordosten des Dorfes. Erstmals 1204 ist eine Gem. altfreier Bauern mit eigenem niederem Gericht am Schamserberg belegt. Die landesherrl. Rechte hatten nacheinander die Vazer, Werdenberger und ab 1456 wieder das Bistum Chur inne. 1458 kaufte sich das Schams aus. Kirchlich gehörte D. zu St. Martin in Zillis (1463 Kapelle St. Georg erwähnt). Um 1530 trat die Gem. zur Reformation über, 1627 bildete sie eine Pfarrgemeinschaft mit den Dörfern des unteren Schamserbergs, ab 1863 wieder mit Zillis. Bis 1851 war D. eine Nachbarschaft der Gerichtsgem. Schams und mit Patzen, Fardün, Casti und Clugin ein kleines (Zivil-)Gericht. 1901-02 entstand die erste Fahrstrasse. D. ist Landsgemeindeort des Tals und (Schul-)Zentrum des Schamserbergs. 2000 betrug der rätorom. Sprachanteil 60%. 2000 war die Hälfte der in D. Erwerbstätigen im 1. Sektor beschäftigt (Melioration ab 1983).


Literatur
Kdm GR 5, 1943, 199-203
Gem. GR

Autorin/Autor: Jürg Simonett