24/02/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Clugin

Polit. Gem. GR, Kreis Schams, Bez. Hinterrhein. Haufendorf am Fuss des Schamserbergs. 1243 de Cloduno, rom. Clugen. 1835 50 Einw.; 1850 59; 1860 72; 1900 31; 1950 62; 2000 33. Burgruine Cagliatscha aus dem 13. Jh. Bereits im frühen 13. Jh. ausgebautes Siedlungsland mit Viehwirtschaft und Getreidebau. 1204 ist erstmals am Schamserberg eine Gem. freier Bauern mit eigenem Niedergericht belegt. Die landesherrl. Rechte im Tal hatten nacheinander das Bistum Chur, die Vazer, Werdenberger und ab 1456 wieder Chur inne. 1458 kaufte sich das Schams aus. Kirchlich gehörte C. zu St. Martin in Zillis; die Kirche stammt aus dem 12. Jh. (evtl. St. Simplicius, erw. um 1500), die dortigen Wandmalereien im Stil des Waltensburger Meisters von ca. 1350. Das um 1530 zur Reformation übergetretene C. bildete 1627-1894 mit den Dörfern des unteren Schamserbergs eine Pfarrei, war bis 1851 Nachbarschaft der Gerichtsgem. Schams und mit Donat, Pazen, Farden und Casti ein kleines (Zivil-)Gericht. 1951 erhielt C. bei Pignia-Bad Anschluss an die Kantonsstrasse. 1981 begann die agrarisch geprägte, aber auch stark nach Andeer orientierte Gem. mit einer Melioration. Der rätorom. Sprachanteil ist im Zeitraum 1920-80 von 84% auf 24% gesunken.


Literatur
Kdm GR 5, 1943, 195-199
Gem. GR

Autorin/Autor: Jürg Simonett