01/02/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Casti

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Schams, Bez. Hinterrhein. Geschlossene Weilersiedlung am unteren Schamserberg. Seit 1923 mit Wergenstein zur Gem. C.-Wergenstein vereinigt. 1204 ad Castellum. 1835 29 Einw.; 1850 27; 1900 23; 1920 20. Indizien für eine früh- und hochma. Wehrsiedlung unter der Kirche aus dem 12. Jh. (Patrozinium unbekannt). Bereits im frühen 13. Jh. ausgebautes Siedlungsland. Erstmals 1204 ist am Schamserberg eine Gemeinde freier Bauern mit eigenem Niedergericht bezeugt. Die landesherrl. Rechte lagen nacheinander beim Bistum Chur, den Vazern, Werdenbergern, ab 1456 wieder bei Chur. 1458 kaufte sich das Tal aus. Kirchlich löste sich C. erst nach der Reformation (um 1530-35) von St. Martin in Zillis. 1627 bildete es eine Pfarrgemeinschaft mit Donat, Pazen, Farden und Clugin, bis 1851 ein kleines Gericht mit den obigen Nachbarschaften innerhalb der Gerichtsgem. Schams. Die erste Fahrstrasse wurde 1924-26 erbaut. In der von Vieh- und Alpwirtschaft geprägten Gem. C.-Wergenstein ist der rätorom. Sprachanteil vergleichbar hoch geblieben (1860 100%, 1980 80%, 2000 55%) und doch kontinuierlich gesunken.


Literatur
Kdm GR 5, 1943, 192-194
Gem. GR

Autorin/Autor: Jürg Simonett