No 2

Lanthen-Heid, Jean de

geboren um 1530, gestorben Dez. 1609, kath., von Freiburg, aus einer im 16. Jh. geadelten Fam. Sohn des Walther, Hauptmanns im Dienste des Papstes und Frankreichs. Sechsmal verheiratet. 1555-60 Landvogt von Echallens. 1562-91 Freiburger Schultheiss, Angehöriger der franz. Partei. Zwischen 1570 und 1587 hob L. in den Orten Freiburg und Solothurn drei Regimenter für Frankreich aus, wo er unter dem Namen Colonel Heyd bekannt war. 1567 nahm er am Rückzug von Meaux teil. 1589 gehörte er der Gesandtschaft nach Frankreich an, die den Umgang mit den Schweizer Regimentern regeln sollte. Im gleichen Jahr vermittelte er im Konflikt um Genf zwischen Bern und dem Hzg. von Savoyen. 1591 wurde er seiner Ämter enthoben, weil er illegal Truppen ausgehoben hatte, flüchtete nach Frankreich und nahm im März 1594 an der Eroberung von Paris durch Heinrich IV. teil. 1597 wurde er rehabilitiert.


Literatur
– Y. du Parc, «La garnison fribourgeoise du fort de Barraux», in Ann. frib., 1940, 100-103
– V. Villiger, «Macht, Moral und Bildung», in ZAK 50, 1993, 37 f.

Autorin/Autor: Alain-Jacques Czouz-Tornare / MS