07/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Nufenen

Polit. Gem. GR, Kreis Rheinwald, Bez. Hinterrhein. An der S. Bernardinoroute gelegenes Haufendorf, das bis ins 18. Jh. von ca. 15 Aussenhöfen umgeben war. 1343 Ovena, 1633 Nufena, rätorom. Nueinas, it. früher Novena. 1781 366 Einw.; 1850 344; 1900 206; 1950 170; 2000 127. Ursprünglich von Romanen aus dem Schams als Alpgebiet genutzt. Um 1280 von Walsern besiedelt, die hauptsächlich aus dem Pomat (Val Formazza) stammten. Bis 1277 unter den Frh. von Sax-Misox, dann Übergang an die von Vaz. Bis 1800 grösste Gem. und bis heute polit. Hauptort des Kreises Rheinwald. Südlich von N. Richtstätte der Landschaft Rheinwald. Kirchlich gehörte N. ursprünglich zum Kapitel S. Giovanni e S. Vittore im Misox, ca. 1300-1696 zu Hinterrhein. 1643 Bau einer Kirche. 1696-1874 eigene Kirchgem., danach wieder Pfarreigemeinschaft mit Hinterrhein. Übertritt zur Reformation um 1530. Die Bevölkerung von N. lebte bis ca. 1880 von der Land- und Alpwirtschaft und vom Warenverkehr über den Splügen und den S. Bernardino ("Säumerbauern"). Nach der Eröffnung des Gotthardtunnels Zusammenbruch der Säumerei und Rückkehr zu einer rein agrar. Erwerbsstruktur. Im 19. Jh. starke Auswanderung (USA, Neuseeland). 1846 erste genossenschaftl. Sennerei in Graubünden (Neubau 1984); Melioration (Güterzusammenlegung) 1978-84. 2005 stellte der 1. Sektor 72% der Arbeitsplätze in N.


Literatur
Kdm GR 5, 1943
– E. Rizzi, L'archivio Sacco-Trivulzio e la colonizzazione Walser nel Rheinwald, 1985
Gem. GR

Autorin/Autor: Kurt Wanner