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Breisch, Mordechai Jaakow

geboren 6.5.1895 Sokal, österr. Ostgalizien (heute Ukraine), gestorben 6.12.1976 Zürich, isr., Sohn des Chaim. ∞ Pesia Zügmann, Tochter des Saul. B. entstammte der Lehrtradition der galizischen jüd. Orthodoxie und diente zuerst als Rabbiner bei den ostjüd. Arbeitern in Duisburg. 1935, nach schweren Misshandlungen durch die Nationalsozialisten, wurde er nach Zürich an die orthodoxe jüd. Gemeinde Agudas Achim berufen, deren führende religiöse Autorität er bis 1972 war. Sein wichtigstes Werk ("Chelkat Jaakow") behandelt die Anwendung der traditionellen jüd. Lebenspraxis in der modernen Gesellschaft. Weiter publizierte er zur jüd. Bibelexegese und betätigte sich in der religiösen Erwachsenenbildung. Er fasste die damals in Zürich zerstreuten osteuropäisch-jüdischen Betgemeinschaften zusammen und liess ein Gemeindehaus errichten. Sein Werk hat besondere Bedeutung, weil die Nationalsozialisten die jüd. Kultur Osteuropas zerstört haben und nur vereinzelte Gemeinden im Westen übrig geblieben sind.


Literatur
– L. Ros[engarten], «Ein segensreiches Leben», in Isr. Wbl. für die Schweiz 51, 1976, 41
– G. von Roden, Gesch. der Duisburger Juden, 1986

Autorin/Autor: Robert Uri Kaufmann