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Sarn

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Thusis, Bez. Hinterrhein, seit 2010 mit Portein, Präz und Tartar Teil der polit. Gem. Cazis. Haufendorf am Heinzenberg. 1156 Sarn. 1850 259 Einw.; 1900 150; 1950 168; 2000 159. Röm. Fundmünze. Mitte des 12. Jh. wird ein Grosshof des Klosters Cazis mit fünf Huben erwähnt. 1257 besass das Kloster Churwalden Güter in S. Landesherren waren bis 1337 die Vazer, dann die Werdenberger sowie die Rhäzünser, ab 1475 der Churer Bischof. Kirchlich gehörte S. zur Grosspfarrei Hochrialt (St. Johann Baptista auf Hohenrätien), nach 1505 zu Portein. Nach der Reformation (1530-40) bildete es eine Pfarrgemeinschaft mit Tartar und Portein. Die neu erbaute Kirche wird 1686 erstmals erwähnt. S. war bis 1851 Nachbarschaft und Landsgemeindeort der Gerichtsgem. Heinzenberg und gehörte bis 2001 zum gleichnamigen Bezirk. 1709 erfolgte der Auskauf der letzten bischöfl. Rechte. Die Fahrstrasse wurde 1893-94 gebaut. S. ist bekannt für eine vorzügl. Viehzucht. Nach 1976 entstand die Ferienhaussiedlung Lescha oberhalb des Dorfs (mit zwei Skiliften). 2005 stellte der 1. Sektor noch rund 70% der Arbeitsplätze, z.T. in Kombination mit Nebenverdienst im Tourismus.


Literatur
Kdm GR 3, 1940, 210 f.
Gem. GR 2003, 286 f.

Autorin/Autor: Jürg Simonett