07/11/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken

Hofstetten (ZH)

Polit. Gem. ZH, Bez. Winterthur, langgezogene Gem. vom Schauenberg bis gegen das Eulachtal, auf drei Höhenstufen die Kleinsiedlungen Huggenberg, Geretswil, H., Wenzikon und Dickbuch umfassend. 914 Pipineshovestetin, bis 2003 H. bei Elgg. 1467 ca. 90 Einw.; 1850 587; 1900 478; 1950 461; 2000 419. Urkunden von 754, 803/805 und 914 bezeugen Schenkungen an das Kloster St. Gallen. Um 1200 stand auf dem Schauenberg eine Holzburg, die in der 2. Hälfte des 13. Jh. durch einen Steinturm ersetzt wurde. Die Burg war der Sitz eines 1242 erstmals erwähnten sankt-gall. Ministerialengeschlechts. Die um 1331 von Beringer von Hohenlandenberg übernommene Feste wurde um 1344 von den Österreichern und Zürchern geschleift. Im 13. Jh. begann sich der sankt-gall. Güterkomplex aufzulösen; die Klöster Magdenau, Töss, Rüti und Tänikon übernahmen versch. Güter. Die Lehenshoheit ging ab dem frühen 14. Jh. in vielen Fällen an die Landenberger und Habsburger bzw. an die Herrschaft Elgg über. Hochgerichtlich kam H. 1424 und definitiv 1452 mit der Grafschaft Kyburg an die Stadt Zürich, der es 1494 gelang, mit der Rechtskörperschaft des sog. Stählernen Bundes auch die niedergerichtl. Rechte über die meisten Siedlungen H.s an sich zu ziehen. Nur die landenberg. Besitzungen im Gebiet Huggenberg waren Teil der Gerichtsherrschaft Turbenthal. Kirchlich gehörten alle Siedlungen zur Pfarrei Elgg. 1798 wurde H. eine polit. Gem., die dem Distrikt Elgg, ab 1803 dem Bez. Winterthur zugeteilt wurde. Die Zivilgem. H., Huggenberg, Geretswil, Wenzikon und Dickbuch existierten bis 1928. Nur in Dickbuch, dem einzigen geschlossenen Dorf der Gem., vermochte sich ländl. Handwerk anzusiedeln. In H. führte der 1786 aus Sachsen zugewanderte Chirurg Christian Müller eine Arztpaxis mit Apotheke. Die Gem. wurde nicht ans öffentl. Verkehrsnetz angeschlossen und blieb landwirtschaftlich geprägt, wobei im unteren Gemeindeteil der Ackerbau, im oberen die Viehwirtschaft vorherrscht. Infolge der Konzentration der Landwirtschaftsbetriebe und der Umnutzung von Bauernhäusern sowie der weitgehend fehlenden Arbeitsmöglichkeiten wurde H. nach 1980 zu einer ländl. Wegpendlergemeinde.


Literatur
Kdm ZH 7, 1986, 267-281
– J. Winiger et al., Die Burg Schauenberg bei H., 2000

Autorin/Autor: Ueli Müller