• <b>Raymond Probst</b><br>Porträt aus dem Fotostudio  Friedli  in Bern, um 1983 (Schweizerische Nationalbibliothek).

No 9

Probst, Raymond

geboren 6.3.1919 Genf, gestorben 9.5.2001 Biel, ref., von Langnau im Emmental. Sohn des Friedrich, Uhrenkaufmanns, und der Susanna geb. Gigowsky aus einer russ. Offiziersfamilie. ∞ Annemarie Rey. Schulen in Riga, ab 1929 in Biel. 1937-42 Stud. der Rechte in Bern, 1954 Doktorat. 1942 Eintritt in das Eidg. Polit. Departement (EPD, später EDA). 1945 Legationsattaché, als Dolmetscher an der Repatriierung internierter russ. Soldaten beteiligt, 1947 zweiter Gesandtschaftssekr. in Athen, ab 1952 im Wirtschaftsdienst der Gesandtschaft in Washington während des Uhrenkonflikts mit den USA und des Koreakriegs. 1955 erster Legationssekretär, 1956 im Rechtsdienst des EPD, 1959 als erster Sektionschef Leiter des Polit. Dienstes West. 1961 Beitritt zur FDP. 1964-66 Goodwill-Missionen in Afrika. 1966 Wechsel zum Eidg. Volkswirtschaftsdep., 1966-76 Delegierter für Handelsverträge im Ministerrang, ab 1968 bevollmächtigter Botschafter und Nachfolger von Paul Jolles. 1973-74 Ratspräs. der Organisation der UNO für industrielle Entwicklung. 1976-80 Botschafter in Washington. 1980-84 Staatssekr. im EDA. Vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs, der Dekolonialisierung und der Multilateralisierung der internat. Beziehungen stand P. für eine aktive und pragmat. Aussen- und Aussenwirtschaftspolitik ein. Er unterstützte den Ausbau der Guten Dienste der Schweiz (Iran-Geiselkrise 1979-81 und Falklandkrieg 1982). In Den Haag und Washington betätigte er sich als Dozent. Seine Publikationen und Vorträge verstand er u.a. als Beitrag zur innenpolit. Absicherung der Aussenpolitik, etwa in der Frage des Beitritts der Schweiz zur UNO und der Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit. 1991-93 half er beim Wiederaufbau des Aussenministeriums Lettlands mit. 1984-96 Präs. der Schweiz. Gesellschaft für Aussenpolitik.

<b>Raymond Probst</b><br>Porträt aus dem Fotostudio  Friedli  in Bern, um 1983 (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/>
Porträt aus dem Fotostudio Friedli in Bern, um 1983 (Schweizerische Nationalbibliothek).
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Archive
– Nachlässe in: BAR und AfZ
Literatur
Einblick in die schweiz. Aussenpolitik, hg. von E. Brunner et al., 1984

Autorin/Autor: Peter Stettler