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Magnentius, Flavius Magnus

geboren um 303 Amiens, gestorben 10./11.8.353 Lyon. M., ein Heide brit.-fränk. Herkunft, gelangte als Offizier der Elitetruppen von Ks. Constans durch einen Staatsstreich in Autun (Burgund) 350 an die Macht. Nachdem er die Ermordung des Kaisers veranlasst hatte, usurpierte er dessen Titel und dehnte seine Macht auf den gesamten Westteil des Röm. Reiches aus, der die heutige Ostschweiz umfasste und zu dem das grosse Militärkastell in Kaiseraugst gehörte. An dessen Fuss vergruben zwei Anhänger M.' den berühmten Silberschatz, bevor sie mit dem Usurpator in den Kampf gegen Constantius II., den Kaiser im Osten, zogen. 351 trafen die beiden Heere bei Mursa (heute Osijek, Kroatien) aufeinander, wo M. fast alle seine Soldaten verlor. Er floh nach Gallien und nahm sich nach einer erneuten Niederlage 353 das Leben.


Literatur
Reallex. der Germ. Altertumskunde 19, 22001, 149-151
– M. Guggisberg, A. Kaufmann-Heinimann, Der spätröm. Silberschatz von Kaiseraugst: die neuen Funde, 2003

Autorin/Autor: Gabrielle Duchoud / EM