30/11/2012 | Rückmeldung | PDF | drucken

Tumegl/Tomils

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Domleschg, Bez. Hinterrhein, seit 2009 mit Feldis/Veulden, Scheid und Trans Teil der neuen Gem. Tomils. Dorf auf der Tiefenterrasse rechts des Hinterrheins. 1141 in Tumillis, dt. Tomils. 1803 202 Einw.; 1850 226; 1900 233; 1950 266; 2000 321. Funde aus Bronze- und Römerzeit. Der bischöfl. Meierhof kam 1275 als Lehen an die Vazer. Mit der um 1250 errichteten, 1309 erw. Feste Ortenstein unterhalb T., dem Sitz der Lehensträger, bildete er den Kern der Ausserdomleschger Territorialhoheit. 1527 wurden die Herrschaftsrechte an die Gerichtsgemeinde Ortenstein und der bis 1851 zu dieser zählenden Nachbarschaft T. verkauft. Kirchlich gehörte T. bis ins SpätMA zu St. Lorenz bei Paspels. Ein Vorgängerbau der 1398 als Pfarrkirche bezeugten Kirche St. Mauritius, heute eine Ruine am östl. Dorfrand, geht auf das 6. oder 7. Jh. zurück, ein zweiter auf die karoling. Zeit. Die Pfarrkirche St. Mariä Krönung wird 1474 genannt; geweiht wurde sie 1486. Eine ref. Minderheit konnte sich in T. nicht halten. 1596 nahmen die Ausserdomleschger Dörfer die Ausscheidung ihres jeweiligen Gemeindebannes vor. Wichtigste Erwerbsquellen waren Viehwirtschaft, Acker- und Obstbau. Der Tomilser Handel (1766) führte 1788 zur Aufteilung in die Halbgerichte im Berg und im Boden. Um 1848 erfolgte die Abtrennung von Rothenbrunnen. Die Fahrstrasse nach Feldis wurde 1901-04 angelegt. 2000 waren knapp 95% der Einwohner deutsch- und gut 4% romanischsprachig.


Literatur
Kdm GR 3, 1940, 154-176
Gem. GR

Autorin/Autor: Jürg Simonett