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Speiser, Johann Jakob

geboren 27.2.1813 Basel, gestorben 8.10.1856 Basel, ref., von Wintersingen und ab 1816 von Basel. Sohn des Johann Jakob, Tuch- und Porzellanhändlers, und der Anna Margaretha geb. Baumgartner. ∞ 1839 Dorothea Esther Hauser, Tochter des Daniel Kaspar, Wirts, Enkelin des Johann Jakob Faesch. Gymnasium, 1828-31 Handelslehre in Lausanne. Mitarbeiter in der väterl. Tuchhandlung, Aufenthalte in Mülhausen, Marseille, Bordeaux und Liverpool. Ab 1839 in Basel Agent für franz. und engl. Grosshandelsfirmen. 1843 Zivilrichter, 1852 Basler Grossrat. S. gründete 1843 mit Karl Geigy die Gesellschaft der Giro- und Depositenbank in Basel, wurde deren Direktor und gab seine Handelstätigkeit auf. 1845 wurde das Institut durch die Bank in Basel (Notenbank) ersetzt, die von denselben Personen getragen wurde und bis 1855 ebenfalls unter der Leitung von S. stand. Die Bank überstand die Krisenjahre 1847-50, als die polit. Wirren in Frankreich die Basler Wirtschaft beeinträchtigten, dank der Gründung eines Kreditvereins 1848, die ebenfalls von S. angeregt worden war. S. war schweizweit an der Bildung mehrerer Banken beteiligt und regte 1850 eine Verbindung schweiz. Banken zur Vereinfachung der Notenzirkulation an. 1849 wurde er als eidg. Experte mit der Durchführung der Währungs- und Münzreform betraut. Entgegen seiner früheren Meinung trat S. bald für ein schweiz. System mit franz. Münzfuss ein, wie es das im Mai 1850 erlassene Münzgesetz auch vorsah. Die Umsetzung der Reform 1851-52 gelang S. mit einem geringeren Verlust als erwartet. 1848-49 reorganisierte er auch das Rechnungswesen der eidg. Finanzverwaltung. Im Vorfeld der Abstimmung zum Eisenbahngesetz 1852 befürwortete S. eine Staatsbahn und warnte vor privaten Monopolen. Mit Geigy und Achilles Bischoff gründete er 1853 die Schweiz. Centralbahn, die er bis 1856 präsidierte. Schon 1852 hatte er sich für den Bau einer Gotthardbahn ausgesprochen. Wohltätig wirkte er etwa 1848 als Vorsteher der Basler Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige.


Archive
– StABS, Nachlass
Literatur
– H. Bauer, «Johann Jakob S. (1813-1856)», in Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik 18, 1967, 103-131

Autorin/Autor: Patricia Zihlmann-Märki