01/11/2012 | Rückmeldung | PDF | drucken

Trans

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Domleschg, Bez. Hinterrhein, seit 2009 nach der Fusion mit Feldis/Veulden, Scheid und Tumegl/Tomils Teil der neuen Gem. Tomils. Haufendorf auf einer Terrasse (1473 m) am Osthang des Hinterrheintals. Mitte des 12. Jh. Hof ad Tranne, rätorom. Tràn. 1803 84 Einw.; 1850 104; 1900 56; 1950 61; 2000 69. Der 1208 erwähnte Hof lieferte Korn an das Kloster Churwalden. Die Transer waren z.T. altfreie rom. Bauern. Kirchlich (Kirche St. Peter und Paul, erw. 1508) wurde T. von Tomils, die ref. Gem. von Almens aus betreut. Bis zum Verschwinden der kath. Minderheit Anfang des 18. Jh. gab es heftige konfessionelle Auseinandersetzungen (sog. Transer Handel). Der Auskauf der Herrschaftsrechte erfolgte 1527. 1596 nahmen die Ausserdomleschger Dörfer die Ausscheidung ihres jeweiligen Gemeindebanns vor. Bis 1851 war T. eine Nachbarschaft der Gerichtsgemeinde Ortenstein, ab 1788 bildete es mit Scheid und Feldis/Veulden das Halbgericht "im Berg". Viehwirtschaft und Ackerbau waren noch zu Beginn des 21. Jh. die wichtigsten Erwerbsquellen. 1918-22 wurde die Fahrstrasse ins Tal gebaut. Der Brand von 1944 zerstörte einen Grossteil des Dorfes, das mit zahlreichen verstreuten Höfen wieder aufgebaut wurde. Die Güterzusammenlegung erfolgte 1945-47. 2000 waren noch gut 10% der Bevölkerung rätorom. Muttersprache (1980 37%).


Quellen
– C. Dejung, Quellen zur Gem. T., 2004
Literatur
Kdm GR 3, 1940, 176-178
Gem. GR
Gem. GR 2003, 378 f.

Autorin/Autor: Jürg Simonett