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Scheid

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Domleschg, Bez. Hinterrhein, seit 2009 mit Feldis/Veulden, Trans und Tumegl/Tomils Teil der neuen Gem. Tomils. Zwei geschlossene Hangsiedlungen (Unterscheid und Oberscheid) rechts des Hinterrheins. 12. Jh. de Side, rätorom. Sched (Unterscheid) und Purz (Oberscheid). 1803 219 Einw.; 1850 222; 1900 156; 1950 154; 2000 139. Ein Hof gehörte im SpätMA den Gf. von Werdenberg, dann den von Juvalt. Der Auskauf der Herrschaftsrechte erfolgte 1527. Kirchlich gehörte S. bis in die 1. Hälfte des 16. Jh. zur Pfarrei Tumegl/Tomils. Die Kirche St. Simeon wird erstmals 1447 erwähnt. Die Reformation setzte sich nach 1600 endgültig durch. Bis 1654 bestand eine Pfarrgemeinschaft mit Feldis/Veulden. 1596 nahmen die Ausserdomleschger Dörfer die Ausscheidung ihres jeweiligen Gemeindebannes vor. Bis 1851 war S. eine Nachbarschaft der Gerichtsgem. Ortenstein. Ab 1788 war es mit Trans und Feldis/Veulden im eigenen Halbgericht "im Berg" vereint. Die Fahrstrasse nach Tumegl/Tomils wurde 1901-04 gebaut. Die wichtigsten Erwerbsquellen waren Viehwirtschaft und Ackerbau. Der 1. Sektor stellte 2005 88% der Arbeitsplätze. Knapp 20% der Bevölkerung sind rätorom. Muttersprache. 2002 wurde in der Primarschule Rätoromanisch als zweite Unterrichtssprache durch Italienisch ersetzt. Seit 2007 besuchen die Kinder von S. die Schule in Rhäzüns.


Literatur
Kdm GR 3, 1940, 138-143
Gem. GR 2003, 294 f.

Autorin/Autor: Jürg Simonett