• <b>Johannes Knebel</b><br>Seite aus dem zweiten Band des "Diarium" mit Ereignissen zu Beginn des Jahres 1476 (Universitätsbibliothek Basel, A II 3a, Fol. 215r). Lebhaft schildert Johannes Knebel die Ereignisse seiner Zeit. Zur Vielfalt der Nachrichten gehören nebst dem politischen Geschehen im Umfeld der Burgunderkriege und Basler Lokalnachrichten auch Unglücksfälle und Skandale. Auch der Tod seines Hündchens namens Frogindorumb ("Frag ihn darum") ist Knebel am 10. Januar 1476 eine Notiz wert (zweiter Abschnitt der Seite).

No 1

Knebel, Johannes

geboren 1413/15, gestorben zwischen Anfang Mai und Anfang Juli 1481, von Basel. Sohn des Konradin, Zunftmeisters zu Webern und damit im Basler Gr. Rat. Ab 1432 Stud. an der Univ. Erfurt, 1435 Bakkalaureus Artium in Heidelberg, 1441 Priesterweihe. Anschliessend war K. Kaplan des Basler Dompropstes Georg von Andlau, 1447-81 Inhaber der Kaplanei der Katharinenkapelle im Pfirter Hof auf Burg in Basel, Chorherr von Lautenbach (Elsass), kaiserl. Notar und ab 1460 Notar der Univ. Basel. K. stellte in drei Bänden eine Chronik seiner Zeit zusammen. Der erste, verlorene Band setzt spätestens 1462 ein. Der zweite Band umfasst die Jahre 1473-76, Band drei die Jahre 1476-79. Die unter dem irreführenden Titel "Diarium" publizierte, zumeist lat. Materialsammlung enthält abgeschriebene und beigefügte Dokumente, Zusammenfassungen, Kommentare sowie Erzählungen K.s, die ansatzweise literarisch ausgestaltet sind. K. bemühte sich, Herkunft und Gewährsleute seiner Informationen zu nennen. Zeitgenöss. Leser, wohl aus Kreisen der Universität, fügten dem Text Kommentare hinzu, die K. teilweise zu Änderungen bewegten. K. nahm Partei für Basel, während der burgund. Herzog als Antichrist dargestellt wurde. Trotz K.s Kritik am Verhalten der Eidgenossen sah er diese als beste Garanten der Basler Reichsfreiheit. Die Chronik gilt als die wichtigste Quelle zur Situation Basels während der Burgunderkriege.

<b>Johannes Knebel</b><br>Seite aus dem zweiten Band des "Diarium" mit Ereignissen zu Beginn des Jahres 1476 (Universitätsbibliothek Basel, A II 3a, Fol. 215r).<BR/>Lebhaft schildert Johannes Knebel die Ereignisse seiner Zeit. Zur Vielfalt der Nachrichten gehören nebst dem politischen Geschehen im Umfeld der Burgunderkriege und Basler Lokalnachrichten auch Unglücksfälle und Skandale. Auch der Tod seines Hündchens namens Frogindorumb ("Frag ihn darum") ist Knebel am 10. Januar 1476 eine Notiz wert (zweiter Abschnitt der Seite).<BR/>
Seite aus dem zweiten Band des "Diarium" mit Ereignissen zu Beginn des Jahres 1476 (Universitätsbibliothek Basel, A II 3a, Fol. 215r).
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Werke
– «Johannis K. capellani ecclesiae Basiliensis diarium», in Basler Chroniken 2-3, hg. von W. Vischer, 1880-87
Literatur
– F. Meyer, Die Beziehungen zwischen Basel und den Eidgenossen in der Darstellung der Historiographie des 15. und 16. Jh., 1951, 67-78
– H. Schmidt, Die dt. Städtechroniken als Spiegel des bürgerl. Selbstverständnisses im SpätMA, 1958
VL 4, 1272-1274
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 39 f.
– C. Sieber-Lehmann, Spätma. Nationalismus, 1995, 30-33

Autorin/Autor: Regula Schmid Keeling