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Pratval

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Domleschg, Bezirk Hinterrhein, seit 2015 mit Almens, Paspels, Rodels und Tomils Teil der neuen Gemeinde Domleschg. Aus den Höfen Gross- und Kleinrietberg, Rietbach, Mühle und Hof entstandenes Dorf auf einem Plateau östlich des Hinterrheins. P. war mit 77 ha flächenmässig die kleinste Bündner Gemeinde. 1506 Pradval. 1850 82 Einw.; 1900 67; 1950 83; 2000 240. Das Schloss Rietberg aus dem 12. und 13. Jh. war Sitz der gleichnamigen Herren, später u.a. der von Salis und der von Planta. Kirchlich gehört P. seit jeher zu Almens (Reformation ab 1592). Bis 1845 war P. Teil von Almens und bildete bis 1851 eine eigene Nachbarschaft in der Gerichtsgemeinde Fürstenau. Bis 2001 gehörte P. zum Bezirk Heinzenberg. Vorherrschend war Viehwirtschaft, Obst- und Ackerbau. 1895-96 wurde die Fahrstrasse gebaut, 1939-44 und 1967-68 Meliorationen durchgeführt. Als kleiner Ort ohne eigene Kirche, Schule, Post und Laden musste P. viele Aufgaben in Gemeindeverbänden angehen. Aufgrund der sonnigen Lage nahm die Bautätigkeit Ende des 20. Jh. stark zu.


Literatur
Kdm GR 3, 1940, 117-121
– T. Kull et al., P., 1983

Autorin/Autor: Jürg Simonett