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Paspels

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Domleschg, Bezirk Hinterrhein, seit 2015 mit Almens, Pratval, Rodels und Tomils Teil der neuen Gemeinde Domleschg. Strassen- und Haufendorf auf einer Terrasse rechts des Hinterrheins, mit den Weilern Dusch und Canova. 1237 in villa Pascuals (Kopie), 1246 de Pascuals, rätorom. Pasqual. 1808 245 Einw.; 1850 323; 1900 302; 1950 350; 1960 286; 2000 409. Funde aus Jungstein- und Römerzeit. Die Burg Alt-Süns war im 13. Jh. Mittelpunkt des Besitzes der Frh. von Vaz im Domleschg. Wie die Burg Canova (Neu-Sins) wurde sie 1451 während der Schamserfehde zerstört. 1527 erfolgte der Auskauf der Herrschaftsrechte. Das 1237 erwähnte, frühma. Kirchenkastell St. Lorenz diente der rechten Talseite als Mutterkirche; die Dorfkirche St. Johannes Baptista stammt von 1662. Nur Dusch trat Ende des 16. Jh. zur Reformation über. Die dortige kath. Kapelle St. Maria Magdalena gehörte 1508 zum Eigen des Klosters Churwalden. Um 1695 liess Johann Viktor von Travers das Schloss P. erbauen. Bis 1851 gehörte die Nachbarschaft P. zur Gerichtsgemeinde Ortenstein (im Boden). 1896-97 Bau der Fahrstrasse. P. weist vorwiegend Viehwirtschaft, Acker-, etwas Obst- und Weinbau auf. Dank der ruhigen und sonnigen Wohnlage entwickelte sich Ende des 20. Jh. in P. eine starke Bautätigkeit. 2000 waren 3,7% der Einwohner rätorom. Muttersprache.


Literatur
Kdm GR 3, 1940, 102-117
Gem. GR

Autorin/Autor: Jürg Simonett