07/11/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 
No 1

Edlibach, Gerold

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geboren Ende Sept. / Anfang Okt. 1454 Zürich,gestorben 28.8.1530 Zürich, von Zürich. Sohn des Ulrich ( -> 6) und der Anna Landolt. ∞ Ursula Röist. 1473 war E. als Einsiedler Amtmann Verwalter des Klosterbesitzes in Zürich und Konstaffler. Ab 1487 sass er im Kl. Rat der Stadt Zürich, musste aber 1489 nach dem Sturz des Bürgermeisters Hans Waldmann, seines Stiefvaters, vorübergehend zurücktreten; 1493-99 und 1515-24 amtierte er wieder als Kleinrat. 1488 war er Obervogt in Bülach, 1492 Seckelmeister, 1494-97/98 Landvogt in Grüningen, 1505-07 in Greifensee, 1514-27 Spitalpfleger. E. war ein Gegner der Reformation. Er schuf ein Zürcher Wappenbuch und schrieb ein Rotwelschglossar; es ist eines der ältesten und umfangreichsten des MA. Teilweise in Anlehnung an Diebold Schilling arbeitete er ab 1485/86 an einer Chronik, die aus zürcher. Perspektive die Geschichte der Eidgenossenschaft vom Alten Zürichkrieg bis in die Zeit der Reformation darstellt. Die Chronik stattete er selbst mit einfachen Federzeichnungen aus. Mehrere seiner Bücher versah er mit persönl. Notizen.


Literatur
– J.-P. Bodmer, Chroniken und Chronisten im SpätMA, 1976, 46-49
VL 2, 357 f., (mit Literaturverz.)
– P. Jezler, «Eines Laien Frömmigkeit und Malkunst», in Turicum 1, 1989, 44-53
– H.-R. Dütsch, Die Zürcher Landvögte, 1994, 209, 218

Autorin/Autor: Gertraud und Rudolf Gamper