30/06/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Almens

Polit. Gem. GR, Kreis Domleschg, Bez. Hinterrhein. Haufendorf auf wenig erhöhter Terrasse rechts des Hinterrheins, mit Mulegns. 1. Hälfte 9. Jh. de Lemenne, rätorom. Almen. 1803 201 Einw. (mit Pratval, bis 1845); 1850 226; 1900 217; 1950 2521970 133; 2000 217. 926 schenkte Kg. Heinrich I. A. dem Bf. von Chur, der u.a. von hier aus seine Territorialhoheit im innern Domleschg ausbaute. Die Reste eines Wohnturms stammen wohl vom Sitz des bischöfl. Meiers. Nach 1200 kamen Teile des Grosshofs A. (intensive Schafwirtschaft und Rebbau) zum Kloster Churwalden. Die Walsersiedlung Schall oberhalb von A. soll im 17. Jh. verlassen worden sein. 1694 baute der Bf. im parität. A. (Reformation ab 1592) gegen Überlassung der bestehenden Kirche St. Andreas (Pfarrei 1410 erw.) den Protestanten ein Gotteshaus. Die letzten bischöfl. Herrschaftsrechte wurden 1709 ausgekauft. Bis 1851 war A. Nachbarschaft der Gerichtsgem. Fürstenau. Das milde Klima ermöglichte neben Ackerbau und Viehwirtschaft ausgedehnten Obstbau. 1909 wurde der Fahrweg zur Talstrasse ausgebaut. 1990 zählten neun der 22 Arbeitsplätze in A. zum 1. Sektor. Die Bevölkerungszunahme nach 1970 bewirkten v.a. Wegpendler (1990 71%). Der rätorom. Sprachanteil lag 1920 bei 44%, 1980 bei 10%. A. ist Landsgemeindeort des Kreises.


Literatur
Kdm GR 3, 1940, 83-94
Gem. GR

Autorin/Autor: Jürg Simonett