No 4

Wepfer, Johann Jakob

geboren 23.12.1620 Schaffhausen, gestorben 28.1.1695 Schaffhausen, ref., von Schaffhausen. Sohn des Georg Michael ( -> 1). Bruder des Hans Conrad ( -> 2). ∞ 1650 Barbara Ringk von Wildenberg. Medizinstud. in Strassburg, Padua und Rom, 1647 Dr. med. in Basel. 1647 Stadtarzt von Schaffhausen, 1650 Klosterarzt von Rheinau, 1675 Leibarzt der Hzg. von Württemberg und des Markgf. von Baden-Durlach sowie 1685 des Kurfürsten von der Pfalz. Als viel gefragter Praktiker war W. oft konsiliarisch unterwegs. Er kombinierte genaue Krankenbeobachtung mit nachfolgender Leichensektion und suchte so gewonnene Krankheitserklärungen im Tierexperiment zu bestätigen. Seine zahlreichen neuen anatom. und patholog. Erkenntnisse publizierte er in den Abhandlungen der kaiserl. Akademie der Naturforscher Leopoldina (deren Mitglied er 1685 wurde) und den mehrfach nachgedruckten "Observationes anatomicae" (1658). Seinen Hauptbeitrag lieferte er in der Toxikologie. Mit seiner Schrift über den Wasserschierling ("Cicutae aquaticae historia et noxae" 1679) begründete er die Methodik der systemat., tierexperimentellen Giftprüfung. Als Lehrmeister Johann Conrad Peyers (1653-1712) und seines Schwiegersohns Johann Conrad Brunner wurde er zum Gründer der sog. Schaffhauser Ärzteschule. Der umfangreiche Nachlass (über 12'000 Blätter) von Briefen, wissenschaftl. Schriften und ärztl. Aufzeichnungen wurde erst ansatzweise erforscht.


Archive
– Teilnachlässe in: Universitätsbibliothek Leiden, ZBZ
Literatur
– P. Eichenberger, «Johann Jakob W.», in SchBeitr. 46, 1969, 335-345
– P. Eichenberger, Johann Jakob W. (1620-1695) als klin. Praktiker, 1969
DSB 14, 1976, 255 f.
– A.-H. Maehle, Johann Jakob W. (1620-1695) als Toxikologe, 1987

Autorin/Autor: Hubert Steinke