05/01/2012 | Rückmeldung | PDF | drucken

Rueun

Polit. Gem. GR, Kreis Ruis, Bez. Surselva. R. liegt in der Talsohle des Vorderrheins. 765 Ruane (Kopie), 1289 Rvgans, bis 1943 dt. Ruis. 1850 365 Einw.; 1900 371; 1910 495; 1950 501; 2000 460. Auf dem Gebiet der Gem. wurden drei Bronzebeile gefunden. Im FrühMA besass die Abtei Disentis Grundeigentum in R. Zu dieser Zeit befand sich hier auch ein grosser karoling. Königshof. Im HochMA gehörte R. zur Herrschaft Jörgenberg, 1473-1734 zur Gerichtsgem. Waltensburg, anschliessend war es Zentrum des (kath.) Gerichts R. Die Kirche St. Andreas wird 831 als königl. Eigenkirche erwähnt, später war sie im Besitz des Klosters Pfäfers, 1472 wurde sie von der Abtei Disentis inkorporiert. Seit 1476 ist R. eine eigenständige Pfarrei, die 1628-44 von Kapuzinern betreut wurde. Vom SpätMA an wurde im Val Schmuer, auf der Alp Renasca und in Sul Rhein Erz abgebaut. 1588 sind fünf Gruben belegt, intensiver Abbau erfolgte Anfang des 17. und im 19. Jh. (nach dem 1. Weltkrieg eingestellt). Mit Siat besteht eine Alpgemeinschaft. Die Gem. zählt neben einer geringen Anzahl Landwirtschafts- zahlreiche Gewerbebetriebe und weist einen gut entwickelten 3. Sektor auf (sanfter Tourismus im Einzugsgebiet der surselv. Wintersportzentren). 1998 wurde eine Melioration genehmigt. 2000 waren rund 80% der Bevölkerung rätorom. Muttersprache.


Literatur
Kdm GR 4, 1942, 301-312
– J. und R.G. Tschuor, «R.: ier ed oz», in Radioscola 34, 1987, 2-13
– P. Dermont, «Die Bergwerke der Gem. R.-Ruis bei Ilanz», in Bergknappe 16, 1992, H. 2, 2-7; H. 3, 2-6
Cudischet da R., 2006

Autorin/Autor: Adolf Collenberg