Pigniu

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Rueun, Bezirk Surselva (bis 2000 Bezirk Glenner), seit 2014 mit Castrisch, Duvin, Ilanz, Ladir, Luven, Pitasch, Riein, Rueun, Ruschein, Schnaus, Sevgein und Siat Teil der neuen Gemeinde Ilanz/Glion. Dorf am Panixerpass und Anstieg zur Grenze zum Kanton Glarus. 1403 Pingyow. Der dt. Name Panix tritt in Urkunden seit 1522 neben dem rätorom. P. auf. 77 % des Gebiets der ehemaligen Gemeinde werden von der Alp Renasca beansprucht, die der Gemeinde Domat/Ems gehört. 1850 70 Einw.; 1900 61; 1920 87; 1950 78; 2000 45. Möglicherweise war P. eine von Andiast aus erschlossene Siedlung an der alten Alpentransversale über Glarus und den Lukmanier. Die 1465 geweihte Kirche St. Valentin - im 17. Jh. Ziel einer populären Wallfahrt - war Rueun unterstellt, bis P. 1667 eine Pfarrei bildete. Am 7.10.1799 wurde P. von der Suworow-Armee geplündert und verbrannt. Erst in den 1930er Jahren wurde die Kantonsstrasse zwischen P. und Rueun erstellt. Seit 1992 gewinnen die Aurax (vormals NOK) Strom aus dem Stausee von P., der zu 40% auf Andiaster Gebiet liegt. Das traditionelle Bergbauerndorf verzeichnet kein Gewerbe und keinen Laden; die Schule wurde 1974 aufgegeben. Ab 1972 wurde P. von der Patengemeinde Schlieren unterstützt.


Literatur
Kdm GR 4, 1942, 299-301
Gem. GR

Autorin/Autor: Adolf Collenberg