21/07/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Andiast

Polit. Gem. GR, Kreis Ruis, Bez. Surselva. Strassendorf auf 1185 m am Südhang der Tödikette. 765 Andeste, dt. bis 1943 Andest. 1850 242 Einw.; 1900 235; 1950 309; 2000 232. Im MA bestand A. aus sieben Einzelhöfen und war ökonom. mit Waltensburg/Vuorz verbunden. Um 1200 stand A. unter der Herrschaft der Grünenfels, dann der von Montalt. Ab 1378 Teil der Herrschaft Waltensburg, wurde A. 1472 an die Abtei Disentis verkauft. 1429-1734 gehörte A. zur Gerichtsgem. Waltensburg, danach zur Gerichtsgem. (bzw. seit 1851 zum Kreis) Rueun. 1461 erstmals erw. ist die Kirche St. Julitta und Quiricus. Bis 1526 war A. kirchl. mit Waltensburg/Vuorz vereint, trennte sich dann von der ref. gewordenen Nachbargem. und wurde bis 1628 von Rueun aus betreut. Der konfessionelle Hader mit Waltensburg/Vuorz dauerte bis ins 19. Jh. 1472 sind Erzminen im Val dil Tschegn belegt. Das traditionelle Bergbauerndorf (1990 59% Arbeitsplätze im 1. Sektor) mit Maiensässen und Alpen schloss 1966 eine Güterregulierung ab. Bedeutende Einnahmen fliessen der Konzessionsgem. von den Ilanzer Kraftwerken zu. Seit 1972 ist A. mit Breil/Brigels und Waltensburg/Vuorz an der Arbeitsgemeinschaft Bergbahnen und Skilifte Péz d'Artgas beteiligt. Nach wie vor herrscht die rätorom. Sprache (1990 89%) vor.


Literatur
Kdm GR 4, 1942, 280-283
– R. Cadonau, «A. e Vuorz», in Annalas 94, 1981, 69-102
Gem. GR

Autorin/Autor: Adolf Collenberg