Uors

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Lumnezia/Lugnez, Bezirk Surselva (bis 2000 Bezirk Glenner), bildete 1963-2001 mit Peiden die Gemeinde Uors-Peiden, 2002-12 Teil der Gemeinde Suraua und seit 2013 Teil der Gemeinde Lumnezia. Über der Schlucht von Val Mulin gelegen, wo sich Glenner und Valser Rhein vereinigen. Nahtstelle der Verbindungsstege zwischen dem Oberlugnez und dem Valsertal. 831 villa Vorce, 1290 Furze, dt. Furth (offizieller Name bis 1943). 1850 156 Einw.; 1900 104; 1950 88; 1960 91. Im MA stand U. als Lehen des Bistums Chur unter der Vogtei der Belmont bis 1371, ab 1390 der Sax-Misox. 1538 fand ein Auskauf der Hoheitsrechte statt. U. war bis 1851 eine Nachbarschaft mit Tersnaus und Duvin, danach eine selbstständige Gemeinde. Kirchlich war U. zunächst Teil von St. Vincenz in Pleif, ab 1528 von Surcasti. Zu U. gehörten bis 1903 die Siedlungen Cresta und Caglia (abgegangen) sowie Runs auf der Terrasse von Camuns. U. ist im Turnus Landsgemeindeort des Kreises Lumnezia. 1970 entstanden in U. ein Primarschul- und ein Kulturzentrum für die Ortschaften U., Peiden, Camuns, Tersnaus und Surcasti; das Primarschulzentrum existierte bis 2008.


Literatur
Gem. GR
Kdm GR 4, 1942, 155-157
Gasetta Romontscha, 17.8.1991

Autorin/Autor: Adolf Collenberg