12/09/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Degen

Polit. Gem. GR, Kreis Lugnez, Bez. Surselva. Die auf einer Terrasse 200 m über der Talsohle des Glenner gelegene Gem. umfasst neben dem aus den drei Hofstätten des alten Fraissen herausgewachsenen Kirchdorf D. die beiden Weiler Rumein und Vattiz. Um 840 Higenae/Egenae (D.), villa Ramnensis (Rumein), 1325 Vatigis (Vattiz), bis 1983 dt. Igels. 1808 232 Einw.; 1850 255; 1900 214; 1950 323; 2000 247.

Im MA teilte D. die polit. Geschichte des Lugnez. Kirchlich bildeten die drei Hofstätten von Fraissen zusammen mit Zervreila im Valsertal bereits vor 1345 einen von der Talkirche Pleif (Gem. Vella) unabhängigen Pfarrsprengel, während das Dorf D., Rumein und Vattiz erst 1891 zur Pfarrei D. stiessen. Die vermutlich aus dem 8. Jh. stammende Marienkirche (Saalkirche mit trapezförmig untermauerter Apsis) wird, wie die Kirche St. Viktor, schon im churrät. Reichsgutsurbar (um 840) erwähnt. 1491 Weihe des Hochaltars, 1504 Weihe des heutigen Baus. Seit Ende des 13. Jh. verfügt D. zudem über die Kapelle St. Sebastian. Im Zuge der barocken Frömmigkeitsbewegung entstanden in Rumein (1669) und Vattiz (1700) weitere Kapellen. Die Stiftung umfangreichen Grundbesitzes durch einheim. Familien (1712, 1737) verpflichtete das Kloster Disentis, die Kaplanei durch einen ständigen Konventualen betreuen zu lassen. 1923 erhielt die Gem. Anschluss an die 1886-87 errichtete Lugnezerstrasse. 1930 wurde Vattiz durch eine Feuersbrunst fast vollständig zerstört. 1942-47 führte D. als eine der ersten Bündner Gem. eine Güterzusammenlegung durch, 1968 begann eine zweite. In den 1970er Jahren scheiterte der Versuch, in Vallada Nova oberhalb von Vattiz eine Feriensiedlung zu realisieren. Ortsplanungen wurden 1974 und 1990 erstellt. Der rätorom. Sprachanteil betrug 2000 74%.


Literatur
Kdm GR 4, 1942, 158-179
Gem. GR
– W. Jacobsen et al., Vorrom. Kirchenbauten, 1991, 192 (Nachtragsbd.)
– D. Blumenthal et al., Historia dalla vischnaunca da D., 1996

Autorin/Autor: Duri Blumenthal