No 7

Walker, Ulrich

geboren um 1360 Sempach, gestorben 30.11.1427 Luzern, von Sempach und ab 1398 von Luzern. ∞ Margarethe von Eich. Der Fischereiunternehmer und Tuchhändler W. hatte in Sempach 1386-87 eine führende Stellung inne, ist aber als Schultheiss mit antihabsburg. Ausrichtung (1386 Burgrechtsvertrag mit Luzern) nicht nachzuweisen. Seine Teilnahme an der Schlacht bei Sempach 1386 bot 1417 den Anlass für seinen ersten überlieferten Injurienstreit. 1395 nahm W. Wohnsitz in Luzern, wo er dem Gr., später dem Kl. Rat angehörte und als Ratsrichter wirkte. 1412-13 war er Ammann. 1411, 1413, 1415 (Eroberung des Aargaus), 1417 (Besuch von Ks. Sigismund, Erhalt reichsstädt. Privilegien) und 1422 hatte er das Amt des Schultheissen der Stadt Luzern inne. Er war 1400, 1409, 1410, 1426-27 Landvogt von Rothenburg, 1407 von Kriens-Root, 1419, 1420, 1421, 1424-26 und 1427 von Entlebuch (mit Wolhusen, Ruswil und Willisau), 1401-04, 1406 und 1426-27 Seevogt in Sempach sowie 1420 Landvogt im Michelsamt (zusammen mit Jakob Menteller). W. trat als Schiedsrichter in später luzern. Gebieten auf, u.a. 1406 in Willisau und 1410 beim sog. Ausburgerstreit im Michelsamt. Ferner war er Baumeister bei der Erweiterung der Ringmauer auf der Musegg bis 1408 und 1412-15 städt. Baumeister. Über 50-mal wurde er ab 1408 an die Tagsatzung gesandt. Als eidg. Bote begab er sich u.a. 1409 an das Konzil in Konstanz und 1425 zum König nach Ungarn. 1413 beteiligte er sich an der Auslieferung von Propst Niklaus Bruder nach Konstanz. Dessen Ermordung 1417 zog die Integrität W.s in Zweifel, der seinem Sohn Heinrich gerne zur Luzerner Propstei St. Leodegar verholfen hätte. Ab 1412 wirkte W. mehrmals als Hauptmann und 1417 ist er als Stubenmeister der Herren zu Schützen bezeugt. 1422 kommandierte er als Schultheiss die Luzerner Truppen bei Arbedo. Deren verheerende Niederlage führte zum Rückzug W.s von der eidg. Bühne. Er verblieb im Rat, doch die Schuldfrage löste bis 1425 eine lange Reihe von Injurienprozessen aus. Die Einbusse an Prestige sowie Einsprachen der Länderorte verhinderten seine erneute Wahl zum Schultheissen.


Literatur
– G. Boesch, «Schultheiss Ulrich W.», in Gfr. 103, 1950, 5-117 (mit Vorbehalten)

Autorin/Autor: Gregor Egloff