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Sonnenberg, Franz von

geboren 26.5.1608 Luzern, gestorben 10.10.1682 Leuggern, kath., von Luzern. Sohn des Jakob ( -> 6) und der Anna Pfyffer von Wyher. Halbbruder von Ignaz Walter ( -> 5) und Karl Emanuel ( -> 9). Nach dem Besuch des Jesuitenkollegiums in Luzern diente S. bis 1634 im Schweizer Garderegiment in Frankreich, zuletzt als Hauptmann in der Kompanie seines Bruders Alphons ( -> 1), und gewann das Vertrauen von Kg. Ludwig XIII. 1630 trat er in den Malteserorden ein und leistete die dazu notwendige Ahnenprobe mit dem Nachweis, über drei Generationen oder acht Ahnen durchwegs adeliger Herkunft zu sein (more helvetico). 1634 dehnte er seine Probationen gemäss Reichsrecht auf vier Generationen aus (more germanico), womit er den Malteserrittern aus dem Reich gleichgestellt war, und begann das einjährige Noviziat. Nach Ablegen der Gelübde wurde er 1635 als Ritter in den Orden aufgenommen. Ab 1634 nahm S. von Malta aus an vielen sog. Karawanen (Kriegsdienste auf Ordensgaleeren) teil. An die siegreichen Seekriege gegen die Türken erinnert das Trinkgefäss in Form eines Schiffs im Schweiz. Landesmuseum, das S. kurz vor seinem Tod seiner Vaterstadt Luzern schenkte. S. wurden über zehn z.T. bedeutende Kommenden übertragen, darunter 1648 Leuggern-Klingnau und 1649 Hohenrain-Reiden. 1650-56 bekleidete er das Amt des Grossbaillis dt. Lande. Ab 1655 führte er den Titel Grossprior von Ungarn. 1682 wurde er zum Grossprior von Deutschland und damit gleichzeitig zum Reichsfürsten von Heitersheim (Breisgau) ernannt. Die Reorganisation der Kommende Heitersheim, die im Dreissigjährigen Krieg unter Plünderungen gelitten hatte und deren Dorf und Schloss 1675 von den Franzosen in Brand gesetzt worden waren, konnte S. nicht mehr zu Ende führen, da er wenige Monate nach seiner Amtseinsetzung starb. 1680 kaufte er die Herrschaft Kasteln oberhalb Alberswil und stiftete ein Fideikommiss mit Primogenitur, zu dem das Schlösschen Kasteln zu Beginn des 21. Jh. noch gehörte. S. galt als tugendhaft, intelligent, pflichtbewusst, bescheiden und gutmütig.


Literatur
– F. Peter, Franz von S., 1977

Autorin/Autor: Peter Quadri