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Sevgein

Polit. Gem. GR, Kreis Ilanz, Bez. Surselva. S. liegt auf einer Hangterrasse südlich über dem Vorderrheintal am Ausgang des Lugnez, die Siedlung Isla nahe bei Ilanz. Um 840 Souiene, bis 1943 dt. Seewis im Oberland. 1850 173 Einw.; 1900 179; 1950 210; 1970 151; 2000 207. Funde der bronzezeitl. Crestaulta-Kultur und aus röm. Zeit unter der Kirche. Die Hügelnamen Purnal/Parnaul und das aus castellum abgeleitete Chischlatsch über dem Dorf deuten auf alte Volksburgen hin. Um 840 karoling. Königsgut. Neben freien Bauern verfügten im 14. Jh. die Frh. von Montalt über umfangreichen Besitz. Ihre Stammburg Casti lag am alten Weg von S. nach Pitasch. Abgaben und Flurnamen (Quadras) belegen den im SpätMA vorherrschenden Ackerbau neben der Viehwirtschaft. In der Reformationszeit blieb S. mehrheitlich beim alten Glauben, löste sich 1575 kirchlich von Castrisch, das zur Reformation übergetreten war, und wurde 1647 zur Pfarrei (St. Thomas) erhoben. Die kunstgeschichtlich bedeutende Barockkirche von 1694 ist die fünfte Anlage, die sich seit dem 8. Jh. an diesem Ort befindet. Im SpätMA gehörte S. zur Herrschaft Laax, von der es sich 1518 löste. Danach bildete S. bis 1850 mit Laax ein Gericht. 1851-2000 zählte es zum Bez. Glenner. Viehwirtschaft und Gewerbe bilden immer noch die wichtigsten Erwerbsquellen der mehrheitlich rätorom. Gemeinde. 1976 zeichnete der Europarat S. für seine vorzügl. Ortsplanung und Denkmalpflege aus. 1997-2010 wurde eine Gesamtmelioration durchgeführt.


Literatur
Gem. GR
Cudischet da S., 2007

Autorin/Autor: Martin Bundi