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No 20

Pfyffer, Ludwig (von Altishofen)

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geboren 1524, gestorben 17.3.1594 Luzern, kath., von Luzern. Sohn des Leodegar, Kleinrats und Säckelmeisters, und der Elisabeth Kiel. Bruder von Jost ( -> 15) und Rudolf ( -> 26). Neffe von Jost ( -> 14) und Kaspar ( -> 18). ∞ 1) Anna von Wil, 2) 1551 oder 1552 Jakobea Segesser, von Mellingen, Witwe des Hans Fleckenstein, Grossrats, 3) 1592 Salome Bodmer, von Baden, Witwe des Caspar Murer, Hauptmanns aus Istein (Breisgau). 1551-53 Landvogt zu Kriens und Horw, 1555-57 im Entlebuch, 1558-59, 1561-63 und 1565-67 zu Willisau. P. begann seine polit. Laufbahn 1548 als Luzerner Grossrat und stieg 1554 in den Kl. Rat auf. Als Bannerherr war er ab 1565 auch Luzerns militär. Führer. Ab 1553 war P. in franz. Diensten. 1557 und 1562 wurde er als Hauptmann erwähnt und führte ab 1563 als Oberst ein eigenes Regiment gegen die Hugenotten. Seine Leistungen 1567 beim Rückzug der königl. Familie von Meaux nach Paris und 1569 in der Schlacht von Moncontour trugen ihm den Ruf des begabten Truppenführers ein. 1569 kehrte er nach Luzern zurück, um sich im Prozess um den Pfyffer-Amlehn-Handel zu verantworten, in dem sein Onkel Jost ( -> 14) der Hauptbeschuldigte war. Trotz P.s Beteiligung an diesem verbotenen geheimen Schwurbündnis, konnte der Rat seine militär. Erfolge nicht ignorieren und wählte ihn 1570 zum Schultheissen. 1571-93 war er in regelmässigem Turnus Schultheiss und in dieser Stellung ab 1579 mehrmals Landvogt zu Knutwil. Als dominierender Luzerner Politiker förderte er u.a. die Berufung der Jesuiten und den Bau des Kollegiums. Seine Absicht zur Trennung der schweiz. Quart vom Bistum Konstanz führte 1586 zur Errichtung der ständigen Nuntiatur in Luzern. Unterstützt und beraten wurde P. vom Luzerner Stadtschreiber Renward Cysat. Über 250-mal vertrat er Luzern an der Tagsatzung. Als herausragender Führer der kath. Orte beeinflusste er auf eidg. Ebene alle Truppenwerbungen, militär. Allianzen und Bündnisse (1577 mit Savoyen, 1586 den Goldenen Bund, 1587 mit Spanien), was ihm den Namen "Schweizerkönig" eintrug. War er zuerst ein Anhänger des franz. Königs, liessen ihn konfessionelle Beweggründe zur Kath. Liga übertreten. 1585 führte er selbst ein Regiment gegen den franz. Kg. Heinrich III. 1587 bildete das Bündnis mit Spanien seine endgültige Abkehr vom franz. König.

Vor und neben seiner polit. und militär. Karriere handelte P. mit Tuch und Vieh, war an einer Salzhandels- und Gewerbegemeinschaft beteiligt und tätigte auch Geldgeschäfte. Grundlage für seinen Aufstieg bildeten die Pensionen, die er aus Frankreich, aber auch aus Savoyen, Spanien und vom Papst erhielt. Als eidg. Gesandter auf dem Reichstag in Augsburg erhielt P. 1566 von Ks. Maximilian II. ein Adelsdiplom. 1571 kaufte er vom Dt. Orden die Herrschaft Altishofen, vergrösserte sie und liess das heute noch bestehende Schloss bauen. 1588 erwarb er von der Fam. Feer das Wasserschloss Wyher bei Ettiswil. P. hinterliess mit über 340'000 Gulden wohl eines der grössten Vermögen der damaligen Eidgenossenschaft. Ritter des St.-Michael-Ordens.


Archive
– StALU, Pfyffer-Amlehn-Handel
Literatur
– A.P. von Segesser, Ludwig P. und seine Zeit, 4 Bde., 1880-82
– T. Müller-Wolfer, «Der Staatsmann Ludwig P. und die Hugenottenkriege», in ZSG 8, 1928, 1-63, 113-148, 241-320
– L. Haas, «Die span. Jahrgelder von 1588 und die polit. Faktionen in der Innerschweiz zur Zeit Ludwig P.s», in ZSK 45, 1951, 81-108, 161-189
– K. Messmer, P. Hoppe, Luzerner Patriziat, 1976

Autorin/Autor: Markus Lischer