19/08/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Schnaus

Polit. Gem. GR, Kreis Ilanz, Bez. Surselva (bis 2000 Bez. Glenner). S. liegt leicht erhöht über dem Vorderrhein an der Oberländerstrasse, die Alp da S. als Exklave östl. über dem Val da Siat. Um 840 Scanaues. 1850 126 Einw.; 1900 123; 1950 134; 1990 79; 2000 99. In altem Siedlungsland gelegen, löste sich S. 1470 aus der Wirtschaftsgenossenschaft mit Ruschein und Ladir, unterhält aber zu Beginn des 21. Jh. mit diesen Gem. wieder eine Alpkorporation. Die 1480 erwähnte Kirche St. Sebastian, Maria Magdalena und Georg war Filiale von St. Remigius in Falera. Mit dem Übergang zur Reformation um 1526 trennte sich S. von Falera und schloss sich Ilanz an. 1692-1865 war S. eine eigene Kirchgem., seither ist es mit Waltensburg/Vuorz verbunden. Zwischen dem 16. und 19. Jh. bestanden mehrere industriell-gewerbl. Betriebe am Siater Bach (Säge, Mühle, Hammerschmiede etc.), die heute teilweise vom Museum Regiunal Surselva in Ilanz konserviert werden. 1875-1964 stellte der Familienbetrieb Giger den begehrten alpinen Schnauser Pflug her. 2005 stellte der 1. Sektor in S. 50% der Arbeitsplätze. Wasserzinsen der Kraftwerke Ilanz I und II verbessern die Finanzlage der mehrheitlich rätorom. Gemeinde.


Literatur
– H. Bertogg, Beitr. zur ma. Gesch. der Kirchgem. am Vorder- und Hinterrhein, 1937
Gem. GR

Autorin/Autor: Martin Bundi