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Kübler [-Ross], Elisabeth

geboren 8.7.1926 Zürich, gestorben 24.8.2004 Scottsdale (Arizona), ref., von Siblingen. Tochter des Ernst, Zürcher Geschäftsmanns, und der Emma geb. Villiger. ∞ 1958 Emanuel Ross, Arzt, aus New York. Medizinstud. in Zürich, 1957 Approbation, 1960 Dr. med. Ab 1958 psychiatr. Ärztin in Long Island, New York und Denver, 1965-70 Assistenzprof. für Psychiatrie in Chicago, Leiterin eines von ihr gegr. Heilzentrums bei Escondido (California) und 1977-95 des Elisabeth Kübler-Ross Center in Head Waters (Virginia). K. ist die bedeutendste Pionierin der Sterbebegleitung. In ihrem Bestseller "On death and dying" (1969, dt. 1971 "Interviews mit Sterbenden") beschrieb sie fünf Stadien, die der mit dem Tod konfrontierte Mensch durchmachen kann (Leugnung, Zorn, Verhandeln, Depression, Akzeptanz). Sie machte damit das Sprechen über den Tod zum Thema und förderte die Hospizbewegung. K. verbreitete ihre Anliegen in unzähligen Workshops und Vorträgen auf der ganzen Welt; ihr vereinfachendes Deutungsschema des Sterbens gilt heute als überholt. Später berichtete sie v.a. über die Erlebnisse klinisch Toter und über ihre eigenen Kontakte mit Geistwesen. Sie verteidigte dabei ihre Auffassungen so hartnäckig, dass sie trotz ihrer unbestrittenen Verdienste viel Akzeptanz in der psycholog. und psychiatr. Fachwelt verlor. K. verfasste 20 in zahlreiche Sprachen übersetzte Bücher, erhielt 23 Ehrendoktortitel und viele weitere Auszeichnungen.


Literatur
– D. Gill, Elisabeth K.-Ross, 1986 (engl. 1981)
– S. Schaup, Elisabeth K.-Ross, 1996
– M. Chaban, The Life Work of Dr. Elisabeth K.-Ross and its Impact on the Death Awareness Movement, 2000

Autorin/Autor: Hubert Steinke