03/02/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Pitasch

Polit. Gem. GR, Kreis Ilanz, Bez. Surselva (Bez. Glenner bis 2000). P. liegt südlich von Ilanz auf einer Terrasse zwischen dem Val Renastga und dem Val da P. an der alten Verbindung von Castrisch über das Güner Kreuz nach Safien. 801-50 Pictaui (Kopie 16. Jh.), 960 in Pictaso. 1850 96 Einw.; 1900 105; 1950 125; 2000 118. P. gehört geografisch zum Lugnez, politisch und kirchlich aber seit jeher zur Gruob. Um 840 erscheint P. als karoling. Königsgut; die königl. Eigenkirche (Patrozinium St. Martin, 1487 erw.) wurde 960 von Kg. Otto I. dem Bf. von Chur im Tausch übertragen. Besitzer des im 12./13. Jh. erbauten Saalhauses im Dorfkern waren vermutlich die 1139 urkundlich erwähnten Herren von P. Im SpätMA waren v.a. die Frh. von Montalt in P. begütert; 1350 sind ein Meierhof im Dorf und östlich von P. eine Hube in Cabiena mit Getreide- und Käseabgaben bezeugt. Um 1500 besass das Kloster Cazis Güter in P. Die Kirchgem. erlangte 1487 Selbstständigkeit durch Loslösung von Sagogn und trat 1526 zur Reformation über. P. teilte bis ins 16. Jh. die polit. Geschichte der Herren von Castrisch. Zu Beginn des 21. Jh. bildet das überwiegend rätorom. P. mit Duvin und Riein eine ref. Kirchgemeinde. Die Pitascher Mühle, Säge und das Wirtshaus am Glenner sind seit jeher gewerbl. Mittelpunkt. Basis des Erwerbs ist indes die dreistufige Viehwirtschaft. 1984 wurde eine Gesamtmelioration beschlossen, 1988 das Gemeindezentrum eröffnet.


Literatur
Gem. GR
– M. Bundi, «Independenza e reformaziun a P., Riein e Duvin 1487-1526», in Calender per mintga gi 68, 1989, 83-93

Autorin/Autor: Martin Bundi