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Herrenschwand, Johann Friedrich von

getauft 28.4.1715 Murten, gestorben 1.6.1798 Bern, ref., von Murten, Greng (1759) und Bern (1793). Sohn des Gerhard, Ratsherrn, und der Margarethe Tschiffeli, Tochter des David, Landvogts, von Bern. Bruder des Anton Gabriel ( -> 1). ∞ Anna Margarethe Weibel, von Murten. Schulen in Murten und Bern, Medizinstud. in Strassburg, Jena, Halle, 1737 Dr. med. in Leiden. Militärarzt in Flandern, 1740 Leibarzt des Landgf. Friedrich Jakob von Hessen-Homburg. 1743-45 Stadtarzt von Murten. In Paris 1745 Leibarzt des Erbprinzen Friedrich von Sachsen-Gotha, 1750 Arzt des Schweizergarderegiments, 1755 Rückkehr nach Murten. 1757 für kurze Zeit Leibarzt von Hzg. Friedrich III. von Sachsen-Gotha. 1764-68 plante H. in Polen als Leibarzt von Kg. Stanislaus II. August Poniatowski eine umfassende Reform des Medizinalwesens. 1779 als "consultierender" Arzt nach Bern berufen. 1784 verkaufte er sein grosses Landgut in Greng. 1757 erlangte er eine kaiserl. Bestätigung seines (fälschlich angenommenen) alten Adels; 1768 wurde er in den poln. Ritterstand aufgenommen. Weltläufiger Arzt und aufgeklärter Medizinalreformer.


Werke
Abh. von den vornehmsten und gemeinsten innerl. und äusserl. Krankheiten, 1788, (franz. 1788)
Archive
– BBB, Nachlass
– StadtA Murten, Biogr. Daten
Literatur
– H. Jenzer, Dr. med. Johann Friedrich von H., 1967
– M.F. Rubli, Greng, 1991

Autorin/Autor: Urs Boschung