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Luven

Polit. Gem. GR, Kreis Ilanz, Bez. Surselva (bis 2000 Bez. Glenner), am östl. Abhang des Piz Mundaun. 765 Lobene, bis 1943 dt. Luvis. 1850 297 Einw.; 1900 259; 1950 208; 2000 183. Im Val Pilac wurden Steinkistengräber (Menschenkopffibel, Spiralring) aus der Latènezeit gefunden. 765 sind Weinberge unterhalb von L. erwähnt. Gemäss Churrätischem Reichsgutsurbar besass L. Mitte des 9. Jh. einen Priester und war eine Pfarrei, wurde aber später St. Martin in Ilanz angeschlossen. Die Burgruine Castelberg der gleichnamigen Adelsfamilie liegt unterhalb des Lugnezerwegs. Im MA bestanden nach dem bischöfl. Einkünfterodel von 1290/98 und dem Luviser Anniversar zwölf Aussenhöfe (colonias), darunter als bedeutendste Maséras und Tschuppina (heute Maiensäss). 1488 wurde die Trennung der Kirche St. Stephan und Florin von Ilanz eingeleitet; die Ablösung und der Übergang zur Reformation erfolgten 1526. Ein Brand zerstörte 1760 beinahe das ganze Dorf. Um 1900 wanderten viele Einwohner L.s in europ. Länder und nach Amerika aus. 2000 sprachen gut zwei Drittel der Bevölkerung rätoromanisch. Heute ist L. eine ausgeprägte Bergbauerngemeinde. Manche Einwohner (Handwerker, Gewerbetreibende) pendeln zur Arbeit nach Ilanz.


Literatur
Kdm GR 4, 1942, 85 f.
Nies L., 1980

Autorin/Autor: Martin Bundi