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Ladir

Polit. Gem. GR, Kreis Ilanz, Bez. Surselva (bis 2000 Bez. Glenner). Höhendorf an der nördl. Flanke der Gruob, mit Exklave Alp Dadens da L. am Crap Masegn. Um 850 Leitura. 1850 98 Einw.; 1900 94; 1950 139; 2000 107. Prähist. Steinsetzung mit dem sagenumwobenen Crap da tiranns. Im MA gehörte ein Teil der Bauern zu den sog. Äussern Freien von Laax, wo sie im 15. Jh. zahlreiche Ammänner stellten. L. bildete mit Schnaus und Ruschein eine Nachbarschaft. 1502 wurden die Alpweiden geteilt, 1851 entstanden die polit. Gem. L., Ruschein und Schnaus. Die um 840 als Besitz des Klosters Pfäfers erw. Kirche (Patron: Zeno) war bis 1684 Filiale von Ruschein. Einige Fam. schlossen sich um 1556 der Reformation an und mussten das Dorf verlassen. 1848 wurde der Wald oberhalb von L., 1891 die Siedlung eingeäschert. Das traditionelle Bauerndorf erlebte nach 1970 im Sog der Tourismusregion Laax-Falera einen Entwicklungsschub: Ferienwohnungsbau im Rahmen der Ortsplanung von 1976, 1974-97 Gesamtmelioration mit Güterzusammenlegung. L. unterhielt von der Mitte des 19. Jh. bis 1980 eine Primarschule. Bergbauernbetriebe prägen noch heute das rätorom. Dorf. Drei Fünftel der Erwerbstätigen arbeiten auswärts im 2. und 3. Sektor (v.a. in Ilanz und Domat/Ems).


Literatur
Kdm GR 4, 1942, 78-84
Gasetta Romontscha 12, 1991
La Quotidiana, 20.4.2001

Autorin/Autor: Adolf Collenberg