• <b>Johannes Gessner</b><br>Ausschnitt aus einer Tafel der in Zürich publizierten "Tabulae Phytographicae", 1795–1804 (Zentralbibliothek Zürich). Johannes Gessner wollte die botanische Klassifizierung Linnés einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. In Zusammenarbeit mit dem Zeichner und Kupferstecher Christian Gottlieb Geissler schuf er mehr als 80 Tafeln von Pflanzen, die erst nach Gessners Tod von seinem Grossneffen Christoph Salomon Schinz veröffentlicht wurden.

No 7

Gessner, Johannes

geboren 18.3.1709 Zürich, gestorben 6.5.1790 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Christoph, Pfarrers beim Kreuz (Neumünster) in Zürich, und der Esther Maag, Tochter des Melchior, 1672 Obervogts im Hegi. Bruder des Johann Jakob ( -> 8). ∞ Katharina Escher vom Luchs, Tochter des Gerold, 1716 Landvogts zu Regensberg. G. erhielt seine erste naturwissenschaftl. Ausbildung in Zürich bei Johann Jakob Scheuchzer und Johannes von Muralt. 1726 begann er in Basel das Medizinstudium, das er 1726-27 in Leiden fortsetzte. Dort schloss er Freundschaft mit Albrecht von Haller, mit dem er bis zum Lebensende verbunden blieb. Im Winter 1727-28 weilten G. und Haller in Paris zu medizin. Studien, 1728 studierten sie in Basel bei Johann Bernoulli Mathematik und unternahmen eine Reise durch die Schweiz. 1730 Dr. med. in Basel. G. wurde nach kurzem Wirken als Arzt Prof. für Mathematik (1733) und Physik (1738) am Zürcher Collegium Carolinum als Nachfolger von Johann Jakob bzw. Johann Scheuchzer. Bis zu seinem Rücktritt 1778 übte G. auf die naturwissenschaftl. Allgemeinbildung führender Zürcher und Ostschweizer Kreise einen bedeutenden Einfluss aus, so u.a. auf Johann Kaspar Lavater, Johann Heinrich Rahn (1749-1812), Salomon Schinz, Johann Georg Sulzer und Johann Heinrich Waser (1742-80). Seine Schüler fanden in der 1746 gegründeten, von G. bis zu seinem Tod präsidierten "Physicalischen Societät" oder "Naturforschenden Gesellschaft" ein Forum zur prakt. Umsetzung naturwissenschaftl. Erkenntnisse im Sinne der Aufklärung. Bekannt war G. als kenntnisreicher Botaniker, der früh Anhänger Carl von Linnés war und für Hallers Schweizer Flora wichtige Beiträge lieferte. G.s Naturaliensammlung gehörte zu den Sehenswürdigkeiten Zürichs.

<b>Johannes Gessner</b><br>Ausschnitt aus einer Tafel der in Zürich publizierten "Tabulae Phytographicae", 1795–1804 (Zentralbibliothek Zürich).<BR/>Johannes Gessner wollte die botanische Klassifizierung Linnés einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. In Zusammenarbeit mit dem Zeichner und Kupferstecher Christian Gottlieb Geissler schuf er mehr als 80 Tafeln von Pflanzen, die erst nach Gessners Tod von seinem Grossneffen Christoph Salomon Schinz veröffentlicht wurden.<BR/>
Ausschnitt aus einer Tafel der in Zürich publizierten "Tabulae Phytographicae", 1795–1804 (Zentralbibliothek Zürich).
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Werke
Phytographia sacra, 1759-69
Tabulae phytographicae, hg. von C.S. Schinz, 1795-1804
Literatur
Johannes G.s Pariser Tagebuch 1727, hg. von U. Boschung, 1985
– U. Boschung, Johannes G. (1709-1790), 1996

Autorin/Autor: Urs Boschung