22/11/2012 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Flond

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Ilanz, Bez. Surselva. Seit 2009 zusammen mit Surcuolm Teil der neuen polit. Gem. Mundaun. Südlich des Vorderrheins auf dem Hochplateau von Obersaxen gelegen. 1519 Flant, Flond. 1850 196 Einw.; 1900 193; 1950 162; 2000 179. Bei der Flur Chischlun westlich von F. vermutlich Reste einer (prähist.?) Wehranlage. F. war im MA Nachbarschaft von Ilanz und wurde 1519 durch Schiedsspruch politisch selbstständig: Teilung von Wald und Weiden, Befreiung von Ilanzer Steuern. Übertritt zur Reformation 1526 mit Ilanz. Bau einer eigenen Kirche 1713, kirchl. Ablösung 1731. Die Kornhisten im Gemeindewappen weisen auf den bis Mitte des 20. Jh. ausgedehnten Ackerbau hin. In der Neuzeit entstanden sechs Kalkbrennöfen auf Gemeindegebiet; der letzte, am alten Weg zwischen F. und Ilanz, war bis 1906 in Betrieb (1990 restauriert). Dank Gesamtmelioration (1964-92) mit Surcuolm und teilweise Obersaxen sowie Kauf und Erschliessung (1983) der Alp Stavonas (Gem. Obersaxen) hat die Viehwirtschaft eine bedeutende Stellung inne; daneben starke Entwicklung des Gewerbes (z.B. Holzbau). 2000 war rund ein Drittel der in F. Beschäftigten im 1. Sektor tätig. Sanfte tourist. Entwicklung der rätorom. Gemeinde (2000 zur Hälfte romanischsprachig) seit 1965.


Literatur
– E. Camenisch, «Wie die Kirche St. Martin zu Oberilanz eine einsame Kirche wurde», in BM 1927, 382 f.
Kdm GR 4, 1942, 42 f.
Gem. GR

Autorin/Autor: Martin Bundi