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Fatio, Johannes

getauft 14.6.1649 Basel, gestorben 28.9.1691 Basel, ref., von Basel. Sohn des Johann Anton, Kaufmanns, und der Christina Henricpetri. ∞ 1673 Margaretha Schönauer. 1662 Immatrikulation an der Univ. Basel, ab 1672 Mitglied der Schererzunft, Erwerb des Doktortitels an der Univ. von Valence. 1678 wies die Univ. Basel seine Aufnahme als aggregatus in die medizin. Fakultät ab; 1688 bezeichnete sie ihn als Kurpfuscher. F. war ein erfolgreicher und beliebter Chirurg und Geburtshelfer. Er verfasste 1690 die "Helvet.-Vernünftige Wehe-Mutter" (1752 in Basel erschienen), ein für seine Zeit fortschrittl. geburtshilfl. Werk, das sich an den Lehren des Franzosen François Mauriceau orientierte und zahlreiche Fälle aus F.s Praxis verarbeitete. In den polit. Unruhen von 1691 löste F. seinen Vetter Jakob Henricpetri (Jacob Petri) Ende Februar als Führer der Ausschüsse ab, die er bis zum Sommer 1691 erfolgreich vertrat. Nach der Spaltung der Aufstandsbewegung und ihrer Niederschlagung wurde F. mit Johannes Müller und seinem Schwager Hans Konrad Mosis als Rädelsführer zum Tod verurteilt und auf dem Marktplatz enthauptet.


Literatur
– J. Gerster, Johannes Fatio, 1917
– E. Schweizer, Eine Revolution im alten Basel, 1931

Autorin/Autor: Susanna Burghartz