Salouf

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Surses, Bezirk Albula, seit 2016 mit Bivio, Cunter, Marmorera, Mulegns, Riom-Parsonz, Savognin, Sur und Tinizong-Rona Teil der neuen Gemeinde Surses. Auf der linken Seite des Oberhalbsteins, mit den Weilern Mulegn und Del. 1160 Salugo, dt. Salux (bis 1943 amtl. Name). 1850 413 Einw.; 1900 287; 1950 289; 2000 205. Bronzezeitl. Siedlung auf der nahen Motta Vallac. S. lag an der röm. und frühma. Septimerroute. Der 1160 erwähnte Ritter de Salugo war ein Verwalter des bischöfl. Grosshofs. Nachfolger war die aus dem Dorf stammende Fam. Fontana. In S. wurde vom MA an lange die Landsgemeinde abgehalten. Das Dorf schloss sich der Reformation nicht an. 1290 ist die erste rom. Kirche (St. Georg) erwähnt, die um 1500 teilweise neu gebaut wurde (Netzgewölbe und Flügelaltar von 1502). 1637-1947 betreuten Kapuziner die Pfarrei. Der Pfarrer von S. ist seit 1580 Kustos der Marien-Wallfahrtskirche Ziteil (2434 m). In Del (Meiergut) stiftete Landvogt Caspar Frisch 1595 die Kapelle St. Rochus, die bemerkenswerte Apostelbilder aufweist. In Mulegn findet sich die letzte gut erhaltene Mühle. Ab 1828 bis zum Brand 1847 waren in Flex an der Julia Schmelzöfen und eine Hammerschmiede in Betrieb. Die oberen Klassen der Primarschule wurden 1972 mit Mon und Stierva zusammengelegt (Schulkonsortium). Die 1969-80 durchgeführte Gesamtmelioration bremste die Abwanderung etwas. Zu Beginn des 21. Jh. war die Landwirtschaft nicht mehr der dominierende Erwerbszweig (v.a. Viehzucht und Futtergetreide). S. ist mit seiner Ferienhaussiedlung (mit Aktienanteil der Einwohner) stark nach dem tourist. Zentrum Savognin ausgerichtet. Die Bevölkerung ist zu rund 80% rätorom. Muttersprache (2000).


Literatur
Kdm GR 3, 1940, 264-280
Gem. GR 2003, 278 f.

Autorin/Autor: Gion Peder Thöni